Rufschädigung : Starjournalist reicht Millionenklage gegen CBS ein

Der US-Journalist Dan Rather hat seinen ehemaligen Arbeitgeber, den Sender CBS, auf Entschädigung in Millionenhöhe verklagt. Seine Karriere hat durch einen umstrittenen Bericht über Präsident Bush einen Knick erlitten.

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Dan Rather arbeitete jahrzehntelang für CBS. -Foto: AFP

New YorkDer 75-jährige Dan Rather fordert wegen Vertragsverletzung von dem Fernsehsender CBS Schadenersatz in Höhe von 70 Millionen Dollar (50 Millionen Euro), wie seine Anwälte mitteilten. Als Moderator der Nachrichtensendung "60 Minutes" gehörte Rather zu den bekanntesten TV-Journalisten des Landes.

Hintergrund des Streits ist ein Ende 2004 auf dem Höhepunkt des Präsidentschaftswahlkampfs von Rather und seiner Redaktion recherchierter Bericht über die Rolle Bushs während des Vietnam-Kriegs. Darin berichteten die Journalisten unter Berufung auf ein Dokument, Bush habe als Pilot bei der texanischen Nationalgarde eine Vorzugsbehandlung genossen, weshalb seine Einheit nie nach Vietnam geschickt worden sei. Das Dokument stellte sich jedoch als Fälschung heraus, Rather musste den Bericht zurückziehen. Im März 2005 verließ er nach mehreren Jahrzehnten bei CBS den Sender mit beschädigtem Ruf. Heute produziert der Buchautor eine wöchentliche Sendung auf einem Kabelkanal.

In der neuen Klage argumentiert Rather, er sei von CBS zum Sündenbock gemacht worden, um den Zorn des Weißen Hauses über die Berichterstattung zu besänftigen. Seine Sendezeit sei nach dem Vorfall gezielt gekürzt worden, womit CBS seinen Vertrag verletzt habe. Eine Sprecherin des Senders reagierte gelassen: Rathers Beschwerden seien "alte Nachrichten", die Klage habe wenig Chancen auf Erfolg. (mit AFP)

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