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Russischer "Superjet" in Indonesien abgestürzt : Rettungskräfte: Keine Hinweise auf Überlebende

Das vermisste russische Flugzeug mit 45 Menschen an Bord ist in Indonesien abgestürzt. Nach Angaben der Rettungskräfte gab es keine Überlebenden.

Ein verheerendes Bild an der Absturzstelle. Die Rettungskräfte rechnen nicht damit, noch Überlebende zu finden.Alle Bilder anzeigen
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10.05.2012 12:46Ein verheerendes Bild an der Absturzstelle. Die Rettungskräfte rechnen nicht damit, noch Überlebende zu finden.

In der Nähe des Wracks eines in Indonesien zerschellten russischen Passagierflugzeugs haben Rettungsmannschaften am Donnerstag erste Todesopfer gefunden. Ein Sprecher der Einsatzkräfte, Gagah Prakoso, sagte, Bergungsteams hätten den Absturzort an einem Hang des Vulkans Salak in der Provinz Westjava erreicht. Es seien mehrere Leichen gefunden worden. Hinweise auf Überlebende unter den 45 Insassen gebe es nicht. Hubschrauber orteten die weit verstreuten Trümmer der Maschine.

Das Flugzeug vom Typ Suchoi Superjet 100 (SSJ 100) war am Mittwoch kurz nach dem Start zu einem Schauflug von den Radarschirmen verschwunden. Unter den Insassen befanden sich 35 Indonesier, potenzielle Käufer und Journalisten. Zudem seien Besatzungsmitglieder, Vertreter des russischen Luftfahrtkonzerns Suchoi, ein amerikanischer Berater und ein französischer Ingenieur an Bord gewesen, teilte der Organisator des Schaufluges mit.

Angehörige, die die Nacht auf dem Flughafen verbracht hatten, brachen bei Bekanntgabe des Funds des Flugzeuges in Tränen aus.
Zunächst war von 50 Insassen die Rede gewesen, die Zahl wurde aber später korrigiert. Die gefundenen Opfer sollten mit Helikoptern geborgen und in die Hauptstadt Jakarta gebracht werden, sagte der Sprecher der Rettungsteams.

Die Suche in dem unwegsamen Dschungel in der Umgebung des inaktiven Vulkans war in der Nacht wegen starken Regens zunächst unterbrochen worden. Am Morgen wurde die Suche wiederaufgenommen.
Vier Hubschrauber waren im Einsatz.

Die SSJ 100 war am Mittwoch vom Flughafen in Jakarta zum zweiten Schauflug des Tages gestartet und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren. Die Fluglotsen verloren den Kontakt, nachdem der Pilot um 20 Minuten nach Start die Erlaubnis für eine Verringerung der Flughöhe von 3.000 auf 1.800 Meter gebeten hatte. Eine Erklärung für die Abweichung vom Flugplan wurde nicht abgegeben. Es nieselte zu diesem Zeitpunkt, stürmisch war das Wetter nicht.

Die SSJ 100 gilt als Hoffnungsträger der russischen Luftfahrtindustrie. Der Flieger befand sich seit seinem Jungfernflug 2008 auf einer Schautour. Am Mittwoch war er in Jakarta gelandet und zuvor in Birma, Pakistan und Kasachstan präsentiert worden. Laos und Vietnam standen als nächstes auf dem Programm.

Die für Kurz- und Mittelstrecken konzipierte Maschine mit 75 bis 95 Sitzen ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 20 Jahren. (dapd)

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