Welt : Russisches Hoch nimmt Europa in eisigen Griff

Über tausend Unfälle in Deutschland / Meterologen : Zweiter Weihnachtstag kältester Tag / Für Sizilien und Athen Schnee angesagt FRANKFURT (MAIN) (AP).Das Weihnachtswetter spielt in diesem Jahr völlig verrückt: Nach dem Eisregen am Montag, der auf den Straßen ein Verkehrschaos anrichtete, kommen frostige und in weiten Teilen Deutschlands weiße Weihnachtstage sowie danach eine Ausnahmekälte, wie es sie nur alle zehn bis 20 Jahre gibt.Dem Deutschen Wetterdienst, Frankfurt, zufolge wird das russische Hoch "Tom" den ganzen Kontinent in den eisigen Griff nehmen.Sogar in Athen und auf Sizilien kann es am Freitag schneien. Der Eisregen zog von der Nacht zum Montag und den Tag über seine spiegelglatte Spur vor allem durch den Süden Deutschlands.Die arktische Luft am Boden wurde überlagert von milder, feuchter Mittelmeerluft, so daß die Tropfen beim Auftreffen schockgefroren wurden.Das Chaoswetter reichte bis nach Hessen und Thüringen, wo zusätzlich dichter Nebel die Autofahrer behinderte.Weit über 1000 Glatteisunfälle und stundenlange Staus, in denen es auch für Streudienste kein Durchkommen gab, waren die Folge.Dutzende Autofahrer wurden verletzt.Auch einige Fußgänger zogen sich Kopfverletzungen und Beinbrüche zu.In den nördlichen Landesteilen Baden-Württembergs, in Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb kam es zu über 250 witterungsbedingten Verkehrsunfällen.Ein 51jähriger Autofahrer verunglückte am frühen Morgen auf der spiegelglatten Körschtalbrücke bei Stuttgart-Möhringen tödlich, zwei weitere Personen wurden verletzt.Wie die Polizei mitteilte, waren ein Linienbus und vier Autos in den Unfall verwickelt.Auf Autobahnen in Nordwürttemberg kamen Lastwagen von der Fahrbahn ab oder stellten sich quer. Die Polizei registrierte auf den bayerischen Straßen rund 900 Verkehrsunfälle, davon mehr als 480 in München.Rund 30 Autofahrer wurden zum Teil schwer verletzt.Hunderte von Fußgängern zogen sich auf den rutschigen Gehwegen Prellungen und Knochenbrüche zu.Die Behörden bezifferten den Sachschaden auf mehrere Millionen Mark.In der Oberpfalz kam auf schneeglatter Straße ein 19jähriger Autofahrer ums Leben, als er mit seinem Wagen gegen einen Baum prallte.Auf dem Münchner Flughafen mußten 30 Flüge annulliert werden. In Hessen litten vor allem die Autofahrer im Odenwald und rund um Darmstadt unter dem Eisregen.Auf der A 67 zwischen dem Mönchhof-Dreieck und Darmstadt bei Büttelborn gerieten zwei Lastzüge ins Schleudern und rutschten eine Böschung hinunter. Weiße Weihnachten sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes weiten Teilen des Landes sicher: im südlichen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.Schneien läßt es das Tief "Lara" wahrscheinlich wie bestellt an Heiligabend von der Ostseeküste bis nach Brandenburg, sagte Gagel.Ohne Schnee müssen der Norden, das Ruhrgebiet und Rheinland die Feiertage verbringen.Für Mittwoch, dem ersten Weihnachtstag, kündigten die Meteorologen Schnee in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen an; im übrigen Bundesgebiet werde es relativ sonnig. Am kältesten war es in der Nacht zum Montag mit minus 15 Grad in Erfurt.Auf dem Brocken im Harz lagen nach Angaben des Wetteramtes Leipzig 65, auf der Schmücke im Thüringer Wald 47 und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge 42 Zentimeter Schnee.Sibirische Kälte bis zu minus 20 Grad soll sich in der Nacht zum Donnerstag einstellen.Der zweite Weihnachtstag wird damit voraussichtlich den Kälterekord dieses Jahres bringen.Zum Wochenende soll sich der Frost bei zehn bis 15 Grad einpendeln.

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