Russland : 14 Jugendliche in See ertrunken

Die Feriengruppe wurde nachts bei einem Bootsausflug von einem Unwetter überrascht. Die Betreuer konnten sich alle retten. Vier von ihnen wurden festgenommen.

30 Menschen konnten aus dem See in Karelien gerettet werden.
30 Menschen konnten aus dem See in Karelien gerettet werden.Foto: AFP

Im Nordwesten Russlands sind 14 Teilnehmer eines Ferienlagers in einem See ertrunken. Die Jugendlichen wurden auf dem See Sjamosero in Karelien von einem Unwetter überrascht, wie ein Sprecher des Ermittlungskomitees am Sonntag, Wladimir Markin, sagte. Markin korrigierte eine vorherige Angabe, wonach auch ein Erwachsener unter den Opfern war: Die Opfer seien zwischen 2002 und 2004 geboren.

Wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte, war eine größere Gruppe in der Nacht zum Sonntag mit zwei Booten und einem Schlauchboot-Floß auf dem See unterwegs, als sie von dem schweren Sturm überrascht wurde. Rettungskräfte konnten demnach mehr als 30 weitere Menschen an Land holen. Offenbar trugen die Jugendlichen keine Schwimmwesten, wie der russische Kinderschutzbeauftragte, Pawel Astachow, sagte.

Markin schloss aus der Tatsache, dass kein Erwachsener unter den Opfern war, eine mangelnde Fürsorge der Betreuer: "Das zeigt, dass die Betreuer, die die Jugendlichen begleiteten, nicht genug getan haben, um sie zu retten, sondern dass sie mehr an ihr eigenes Leben dachten", sagte er. Vier der Betreuer des Ferienlagers wurden nach dem Unglück festgenommen.

„Jahr für Jahr Anfang Juni schicken Eltern ihre Kinder in Sommerlager und auf Wanderungen (...). Sie haben nicht nur Angst, weil Kinder zwischen zehn und 15 Jahren sich bemühen, in irgendeine Extremsituation zu geraten. Das liegt in der Natur eines Teenagers. Sie haben auch Angst, weil sich erwachsene Leute - so erwachsen, dass man ihnen ihre Kinder anvertraut - schlechter benehmen als unvernünftige Jugendliche“, schrieb die russische Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag. (AFP, dpa)

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