Russland : Duma will Werbeverbot für Zauberer und Hexen

Abgeordnete in der russischen Staatsduma wollen ein Werbeverbot für Gesundbeter und Wunderheiler durchsetzen. Der Autor des Gesetzentwurfes stellt jedoch keineswegs die Existenz übersinnlicher Fähigkeiten in Frage. Schließlich gebe es auch "gute Magier".

Rasputin
Müsste heutzutage ein Werbeverbot befürchten: Der russische Wunderheiler Rasputin - hier gespielt vom englischen...Foto: ddp

Moskau"Viele unserer Mitbürger, die den Reklameversprechen von Zauberern und Hexen vertrauen, sitzen einem banalen Betrug auf", so Wladimir Medinski. Medinski hat den Gesetzentwurf für ein Werbeverbot für Esoteriker in Russland verfasst. Das berichtete die Moskauer Tageszeitung "Gaseta". Nach Schätzungen der russischen Gesundheitsbehörden bieten landesweit mehr als 100.000 Wunderheiler ihre Dienste an.

Die zumeist in Boulevardblättern oder Fernsehzeitschriften inserierenden Heilsbringer versprechen, abtrünnige Ehemänner wiederzubringen, chronische Kopfschmerzen zu lindern oder aber den sogenannten "bösen Blick" von verhexten Menschen abzuwenden. Selbst im 21. Jahrhundert bleiben in Russland viele Menschen mit Mystik, Aberglaube und Ahnenkult verwurzelt. Die Medien berichten aber immer wieder von Scharlatanen, die Hilfesuchende hypnotisierten und ihre wehrlosen Opfer dann ausraubten.

Die russischen Duma-Abgeordneten wollen bei ihrer Verbotsaktion die Fähigkeiten von Wunderheilern nicht grundsätzlich infrage stellen. Die wirklich guten Magier bräuchten keine Reklame. "Ihnen eilt auch so ein derart guter Ruf voraus, dass die Menschen Schlange stehen", erklärte der Politiker Medinski. (ck/dpa)

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