Russland : Passagier wollte Maschine entführen

Ein sturzbetrunkener Flugpassagier hat versucht, einen Urlaubsflieger auf dem Weg von der Türkei nach Russland zu entführen. Er drohte, die Maschine in die Luft zu sprengen. Die anderen Passagiere hinderten den Mann an seinen Plänen.

Istanbul/ MoskauMit beherztem Eingreifen haben Passagiere an Bord einer türkischen Chartermaschine am Mittwoch auf dem Flug nach Russland eine Entführung vereitelt. Ein sturzbetrunkener Mann hatte in der Maschine randaliert und gedroht, das Flugzeug mit einer Bombe zu sprengen, wie das türkische Fernsehen berichtete. Der Russe usbekischer Abstammung forderte eine Änderung der Reiseroute. Wohin die Reise gehen sollte, blieb aber unklar. Die russischen Fluggäste überwältigten den 52- Jährigen, der wie sie in Antalya Ferien gemacht hatte. Der Mann hatte keinen Sprengstoff bei sich.

Die Maschine der Turkish Airlines war mit 164 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern an Bord in Antalya gestartet und landete trotz des Zwischenfalls pünktlich am Nachmittag gegen 15.20 Uhr (Ortszeit) in St. Petersburg. Als der volltrunkene Jassa R. aus der Maschine stieg, warteten bereits Mitglieder der Sicherheitspolizei auf den Mann und führten ihn ab. Gegen den Verdächtigen werde ein Strafverfahren wegen versuchter Flugzeugentführung eingeleitet, sagte Staatsanwalt Alexander Bebenin.

Über Minsk Flugpersonal angebrüllt

Im Luftraum über der weißrussischen Hauptstadt Minsk soll der Tourist im "Zustand völliger Trunkenheit" das Flugpersonal angebrüllt haben, wie das türkische Verkehrsministerium mitteilte. Dann habe er mit einer Bombe gedroht.

Die Touristenhochburg Antalya ist fest in russischer Hand und gilt als Ort ausgelassener Alkoholexzesse. In diesem Jahr haben die Russen erstmals die ebenfalls in Millionenstärke in Antalya vertretenen Deutschen zahlenmäßig übertrumpft.

Zuletzt war im August vergangenen Jahres in der Türkei eine Maschine entführt worden. Das Geiseldrama war auf dem Flughafen Antalyas nach mehr als vier Stunden unblutig beendet worden. Die beiden Entführer gaben auf und ließen mehr als 140 Geiseln frei. Sie hatten zunächst verlangt, in den Iran oder ein anderes Land im Nahen Osten geflogen zu werden. (ut/dpa)

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