Russlandhoch "Claus" : Dauerfrost hält an

Die klirrende Kälte in Deutschland dauert an. Während die Oder inzwischen auf über 200 km Länge zugefroren ist, starben in Brandenburg zwei Menschen, deren Auto in die Spree gerutscht war.

Eberswalde/Potsdam - Durch die klirrende Kälte ist die Oder zwischen Ratzdorf (Oder-Spree) und Stettin nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts Eberswalde nahezu komplett zugefroren. «Wir haben auf rund 200 Kilometern eine fast vollständig geschlossene Eisdecke», sagte Leiter Rolf Dietrich am Mittwoch der dpa. Er warnte jedoch vor dem Betreten des Eises. «Es ist keine homogene Schicht». Laut Dietrich ist die Eisdecke durch übereinander geschobene Schollen an einigen Stellen aber einen Meter dick.

Bereits seit dem 9. Januar sei die Oder für die Schifffahrt gesperrt. Alle Schiffe konnten aber rechtzeitig in die Häfen von Berlin und Stettin gebracht werden. «Auf der Grenzoder steckt kein Schiff fest», sagte Dietrich. Die Eisbrecher stehen derweil weiter in Breitschaft. «Aber wegen des anhaltenden Dauerfrostes ist mit einem Einsatz zumindest bis nächste Woche nicht zu rechnen.» Das Wasser- und Schifffahrtsamt ist laut Dietrich für rund 170 Kilometer der Grenzoder zuständig. Insgesamt sei der Fluss auf 730 Kilometern schiffbar.

Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam rechnet auch für die nächsten Tage mit eisigen Temperaturen in Brandenburg. «In den Nächten zum Freitag und zum Samstag könnten die Werte wieder auf unter minus 15 Grad absacken», sagte Meteorologe Gerd Saalfrank. Nur im Westen des Landes sei mit etwas Schneefall zu rechnen. «Der Dauerforst hält somit weiter an.» In der Nacht zum Dienstag war es allerdings mit Temperaturen zwischen minus 8 Grad in der Prignitz und minus 15 Grad an Oder/Neiße nicht mehr ganz so kalt wie in den Nächten zuvor.

Einen tragischen Autounfall, der für ein Ehepaar den Tod in der eisigen Spree bedeutete, gab es in der Nacht zum Mittwoch zwischen Fehrow und Striesow (Spree-Neiße). Der 48 Jahre alte Mann und seine gleichaltrige Ehefrau aus Kolkwitz (Spree-Neiße) seien von einer Feier gekommen, als sie mit ihrem Fahrzeug aus unbekannter Ursache vor einer Spreebrücke nach rechts von der Fahrbahn abkamen. Der Wagen zerbrach einen Telefonmasten und eine Leitplanke und stürzte in den von einer Eisdecke überzogenen Fluss.

Dort blieb das Auto mit dem Dach nach unten im Wasser liegen, nur die Räder ragten heraus, hieß es. Ein Autofahrer entdeckte erst am Mittwochmorgen den Unfall. Die Feuerwehr konnte nur mit Mühe das bei eisigen Temperaturen eingefrorene Wrack bergen. Für die beiden Insassen kam jede Hilfe zu spät. (tso/dpa)

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