Welt : S-Bahn kollidiert mit Gleisbauzug: 54 Verletzte

Die junge Lokführerin steht unter Schock – am Unfallort bei München waren gleich 200 Polizisten, Feuerwehrleute und Notärzte

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München (ddp). Es ist der Alptraum eines jeden Lokführers. Plötzlich kommt ihm auf seinem Gleis ein anderer Zug entgegen. Realität wurde dies am Samstagmorgen auf der Münchner SBahn-Strecke von Erding nach München. Zur Notbremsung war es auf der kurvenreichen und unübersichtlichen Strecke zu spät. Mitten auf einer Weiche kam es zum Zusammenstoß.

In der S-Bahn saßen 110 Menschen. Viele von ihnen wurden durch den heftigen Aufprall aus den Sitzen gerissen und durch die Abteile geschleudert. 54 Insassen wurden dabei so schwer verletzt, dass sie von den Rettungskräften behandelt werden mussten. Die 22 Jahre alte Lokführerin erlitt einen Schock, konnte aber noch Alarm geben. Sie habe „großes Glück“ gehabt, dass ihr nicht mehr passiert sei, sagte der Münchner Leitende Oberstaatsanwalt Christian SchmidtSommerfeld auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Samstagmittag. In der Umgebung der Unglücksstelle waren zahlreiche Menschen mit Kopfverbänden, Prellungen und Schnittwunden zu sehen.

In den Waggons der S-Bahn splitterten einige Zwischenscheiben. Die Fenster und selbst die Frontscheibe der rot-weißen Bahn blieben jedoch intakt und auch die Türen ließen sich noch öffnen. Der Triebwagen der S-Bahn war durch den Aufprall nach oben auf den entgegenkommenden Gleisbauzug geschoben worden. Das Drehgestell mit den Rädern riss ab.

Der Sachschaden dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen. Schuld an dem Unglück soll den Ermittlungen zufolge der Lokführer des Baustellenfahrzeugs haben. Es deute alles darauf hin, dass der 53-Jährige ein Signal überfahren habe, betonte Schmidt-Sommerfeld.

Gegen den Mann wird jetzt wegen fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Der Zug hatte glücklicherweise nur noch eine Geschwindigkeit von 34 Stundenkilometern, wie Bahnsprecher Horst Staimer sagte. Der Bauzug war mit Maximaltempo 40 unterwegs. Mindestens 200 Polizisten, Feuerwehrleute und Notärzte eilten zum Unfallort.

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