Sachsen-Anhalt : Baugerüst an ICE-Baustelle umgestürzt - zwölf Verletzte

Schwerer Unfall an der ICE-Neubaustrecke bei Halle: Auf einer Baustelle sind ein Kran und ein 1000 Tonnen schweres Baugerüst eingestürzt. Dabei wurden zwölf Arbeiter verletzt, einer davon schwer.

Geruesteinsturz
Die Unglücksursache ist noch unklar. -Foto: dpa

HalleDas Unglück ereignete sich am Vormittag am Ortsausgang von Halle in Richtung Döllnitz. Dort wird zurzeit eine mehr als 8600 Meter lange Talbrücke für die ICE-Trasse über die Saale-Elster-Aue errichtet. Ursprünglich war von elf Verletzten ausgegangen worden. Einer Polizeisprecherin zufolge wird niemand mehr vermisst. Ob möglicherweise der auftauende Boden und Hochwasser den Kran aus dem Gleichgewicht gebracht haben, ist noch unklar.

Die 10 bis 15 Meter hohe Brücke führt über die Weiße Elster und eine Auenlandschaft, die wegen Hochwassers des Flusses zurzeit teilweise überflutet ist. Der Einsatz der Rettungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurde wegen des Hochwassers behindert. Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) brachten mit Schlauchbooten und einem Luftkissenfahrzeug die Verletzten in Sicherheit.

Das Unglück überschattete die Feierlichkeiten zur Halbzeit der Bauarbeiten auf der ICE-Strecke Erfurt-Leipzig/Halle. Etwa 50 Kilometer vom Unglücksort entfernt stand in Saubach der Durchbruch von zwei Tunneln auf dem Programm. Zum Durchschlag des Finne- und des Bibra-Tunnels wurden Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwartet.

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) sagte: "Das trübt natürlich die Feierlichkeiten. Das ist mehr als bedauerlich. Wir müssen jetzt ganz schnell die Ursachen für das Unglück finden."

Die ICE-Neubaustrecke ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8, das den Aus- und Neubau der 500 Kilometer langen Bahnstrecke Nürnberg-Erfurt-Leipzig/Halle-Berlin für zehn Milliarden Euro umfasst. Die Strecke soll bis 2017 fertig sein. (ddp/dpa/AFP)

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