Sachsen-Anhalt : Erdrutsch von Nachterstedt bleibt ungeklärt

Ein Jahr nach dem folgenschweren Erdrutsch an einem Tagebau-See in Sachsen-Anhalt mit drei Toten ist die Unglücksursache weiter unklar.

Nachterstedt - Der Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Mahmut Kuyumcu sprach am Donnerstag in Nachterstedt von mehreren Faktoren, die gleichzeitig gewirkt hätten. Diese müssten weiter erforscht werden. Dazu soll nun die abgerutschte Böschung vom See aus untersucht werden. Dabei wird bis Mai 2011 eine hochseetaugliche schwimmende Plattform auf dem See eingesetzt. Von dort aus sollen im Seegrund Bohrungen erfolgen, die weiteren Aufschluss über die Unglücksursache geben sollen.

Kuyumcu bekräftigte das Interesse seines Unternehmens an einer uneingeschränkten Aufklärung. Das sei nicht nur für die künftige Gestaltung des „Concordia“-Sees wichtig, sondern auch für die etwa 50 großen Seen, die im Auftrag der LMBV im Osten Deutschlands in ehemaligen Braunkohlerevieren entstehen.

Bei dem Erdrutsch am 18. Juli 2009 waren drei Menschen unter drei Millionen Kubikmetern Erde verschüttet worden. Sechs Doppelhäuser und die nach dem Erdrutsch stehengebliebene zweite Hälfte eines Doppelhauses waren für unbewohnbar erklärt worden. Die 42 Bewohner mussten umziehen. Laut LMBV wurde bis zum Jahresende bei 19 von 23 Haushalten der Schaden reguliert. ddp

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