• Sachsen-Anhalt: Hordorf-Prozess: Lokführer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt

Sachsen-Anhalt : Hordorf-Prozess: Lokführer zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt

Im Prozess um das tödliche Zugunglück von Hordorf in Sachsen-Anhalt ist der angeklagte Lokführer zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht spricht den Angeklagten wegen zehnfacher fahrlässiger Tötung schuldig.

Die Stille danach. Experten untersuchen die Unglücksstelle bei Hordorf nach Spuren.Weitere Bilder anzeigen
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31.01.2011 11:57Die Stille danach. Experten untersuchen die Unglücksstelle bei Hordorf nach Spuren.

Im Prozess um das tödliche Zugunglück von Hordorf in Sachsen-Anhalt hat das Landgericht Magdeburg den angeklagten Lokführer zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angeklagte habe am 29. Januar 2011 mit seinem Güterzug ein Vorsignal und ein Hauptsignal überfahren und dadurch auf einer eingleisigen Strecke einen Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Personenzug verursacht, hieß es am Mittwoch bei der Urteilsverkündung. Bei dem Unglück kamen zehn Menschen ums Leben, 22 wurden verletzt.

Das Landgericht Magdeburg sprach den 41-jährigen Lokführer der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs schuldig. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten in ihren Plädoyers eine einjährige Bewährungsstrafe gefordert. Einer der Nebenklagevertreter sprach sich für eine fünfjährige Haftstrafe aus.

Das Unglück war seit dem 8. Oktober vor dem Magdeburger Landgericht aufgearbeitet worden. An sieben Verhandlungstagen wurden in den vergangenen sieben Wochen mehr als 30 Zeugen und Sachverständige befragt. Dabei geriet auch die Deutsche Bahn heftig in die Kritik. Obwohl Sicherheitsprobleme auf der Strecke seit vielen Jahren bekannt gewesen seien, sei die Trasse erst nach dem Unglück nachgerüstet worden, kritisierten die Prozessbeteiligten.

Die Verteidigung sah sogar die Hauptschuld bei der Bahn. Hätte es ein automatisches Bremssystem auf der Strecke gegeben, wäre der Zusammenstoß durch eine Zwangsbremsung vermieden worden, hatte der Anwalt des Angeklagten gesagt. (dapd)

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