Welt : Sadistische Spiele als "Verbalerotik" bezeichnet

Journalisten haben einen Sexskandal im Internet aufgedeckt.Ein 31jähriger Mann und eine 37jährige Frau hatten online Kinder zu "grenzenlosen Sexspielen bis hin zum Tod" angeboten.Vor dem Landgericht in Traunstein wird gegen die beiden verhandelt. TRAUNSTEIN (AFP). Im Prozeß um Verabredung eines Verbrechens über das Internet hat das angeklagte Paar ein Geständnis abgelegt und seine Werbung für sadistischen Sex mit Minderjährigen als "Verbalerotik" bezeichnet.Vor dem Landgericht im bayerischen Traunstein sagte der Angeklagte Bernd M.am Donnerstag, das Angebot, ein Mädchen zu grenzenlosen Sex-Spielen bis hin zum Tod zur Verfügung zu stellen, sei nicht ernst gemeint gewesen.Seine mitangeklagte Lebensgefährtin Sabine P.sagte, sie habe dieses vermeintliche Angebot aus Neugier darüber gemacht, wer sich melde.

Die Anklage warf den beiden, die sich in der Szene "Lederhexe" und "Sado-Henker" nannten, Verabredung zum Menschenraub, zum sexuellen Mißbrauch von Kindern, zur Vergewaltigung und zum gemeinschaftlich begangenen Mord vor.Aufgeflogen war das Paar durch einen Journalisten, der als Zeuge auftreten soll.

Der 31jährige Angeklagte bestritt vor Gericht, pädophil zu sein.Er habe schon als Kind sado-machosistische Phantasien gehabt.Unter seinem Pseudonym habe er im Internet Gleichgesinnte getroffen.Er gab zu, einen Folterkeller eingerichtet zu haben, der auch gewerblich betrieben werden sollte.

Die 37jährige sagte, sie habe sich in die Sado-Maso-Szene hineinziehen lassen, weil ihr Gefährte immer vor dem PC gesessen und im Internet nach SM-Angeboten gesucht habe."Ich konnte es manchmal gar nicht fassen, was ich da gehört habe", sagte sie."Das ist nicht meine Welt." Wer sie kenne, wisse, daß sie Kinder liebe.Der Journalist habe sie überhaupt erst auf Sex mit Kindern gebracht.Sie habe ihn anlocken wollen mit den Sexangeboten: "Ich wollte sehen, was für ein Mensch das ist."

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte das Paar einem Augsburger Journalisten, der sich anonym über T-Online als Interessent ausgegeben hatte, ein Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren für sadistische Sex-Spiele angeboten.Für 12 000 Mark könne der Kunde in einem schalldichten Keller über das Mädchen verfügen.Wenn das Kind dabei "kaputt" gehe, werde die Entsorgung des "Kadavers" übernommen.Dafür wären dann noch einmal 3000 Mark fällig.Nachdem der Journalist zum Schein zugesagt hatte, informierte er Mitte Januar die Polizei.Am 21.Januar wurden "Lederhexe" und "Sado-Henker" festgenommen.Bei einer Hausdurchsuchung wurde der beschriebene Kellerraum gefunden.

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