Welt : Sadistisches Ehepaar: Tödliche Idylle

Das Entsetzen der Menschen ist in vielen Gesprächen in dem idyllisch gelegenen Westerwalddorf Girkenroth zu spüren. Rund anderthalb Jahre lebte in dem 650-Seelen-Ort unauffällig ein Ehepaar, das jetzt nach seiner Festnahme den Mord an zwei 16-jährigen Schülerinnen aus Limburg vor sieben Jahren und andere Verbrechen gestanden hat. Den Ermittlungen zufolge soll das Paar sowohl diese beiden Opfer als auch drei andere Mädchen und Frauen, darunter die eigene 16-jährige Tochter aus der ersten Ehe der Frau, sadistisch gequält haben. Sie alle stammten aus der näheren Umgebung des Dorfes an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen.

"Das ist einfach unglaublich. Man kann gar nicht genug auf seine Kinder aufpassen", meint die 30 Jahre alte Mutter eines kleinen Jungen. Der Bürgermeister von Girkenroth, Udo Sturm (CDU), sagt: "Die Leute im Ort haben ein sehr beklemmendes Gefühl. Andere Fälle dieser Art waren immer weit weg, und jetzt ist das alles plötzlich so nahe." Er habe selbst kleine Kinder: "Da hofft man schon, dass einen so ein Schicksal nie trifft. Ich bin froh, dass die Polizei die Täter jetzt mit neuer Technik gefasst hat." Der Festnahme des 41-jährigen Tatverdächtigen war ein Massen-Gentest vorausgegangen. Wenige Tage später kam auch die 42 Jahre alte Ehefrau in Untersuchungshaft.

Einer 40-jährigen Girkenrotherin war das Paar, das früher im nahen Westerburg gelebt hatte, stets "ganz normal und freundlich" erschienen. "Wir waren zusammen kegeln. Da ist mir nichts aufgefallen. Deswegen hat mich das jetzt auch so geschockt." Laut Staatsanwaltschaft missbrauchten die Eheleute möglicherweise neben der Tochter auch die beiden Söhne aus der ersten Ehe der Frau.

Die 40 Jahre alte Dorfbewohnerin schüttelt den Kopf: "Dabei haben wir immer gedacht, wenn wir solche Fälle im Fernsehen sahen, dass man das den Tätern anmerken müsste. Aber das stimmt gar nicht."

Die Einwohner von Girkenroth erzählen, dass der mutmaßliche Doppelmörder, der aus Ostdeutschland stammt, sich bei der Kirmes und beim Karneval im Ort engagiert habe. Ein 33-jähriger Mann: "Ich hätte das nie von ihm gedacht." Andere Dorfbewohner machen sich Gedanken über Strafen. "Das kann der Mann nie wieder gut machen. Er kann noch so lange ins Gefängnis gehen, aber das hilft nicht mehr", meint ein 30 Jahre alter Einwohner. Ein 87-jähriger Mann fordert für das Paar drakonische Strafen.

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