Sadomasochismus : "Sie war Officer Smith, und ich war Mr. Barnes"

Während Fia-Chef Max Mosley für mehr Privatsphäre klagt, berichtet er freizügig von seinem Sadomaso-Treff mit "intelligenten und kompetenten Damen“.

BerlinEs gibt niemanden, der so um seine Privatsphäre kämpft und sie zugleich so offenlegt wie Max Mosley, Chef des Automobil-Weltverbandes Fia. Vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof klagt er auf ein rigideres Presserecht, dem britischen „Guardian“ erzählt er Details von seiner heimlich gefilmten Sadomaso-„Party“ in einem Londoner Keller, die im Frühjahr europaweit Aufsehen erregte: Die beteiligten Damen, sagt er, würde er nicht als Prostituierte bezeichnen, er kenne sie seit Jahren, sie seien „intelligent und kompetent“. Eine sei Deutsche gewesen, sie wäre „tödlich beleidigt“ gewesen, wenn die „Party“ etwas mit Nazisymbolik zu tun gehabt hätte, wie ihm in den Medien fälschlich unterstellt wurde. In Italien, Frankreich und Deutschland zieht er deshalb vor Gericht, in London war er erfolgreich.

„Sie machten mit, weil sie es mochten“, gibt Mosley zu den Teilnehmern der „Party“ zu Protokoll. „Sie war Officer Smith, und ich war Mr. Barnes“, erzählt er, die Damen trugen Luftwaffenuniform und Sträflingskostüm. „Nazi – das wäre das Gegenteil von erotisch“, sagt Mosley, dessen Vater britischer Faschist war und dessen Mutter für Hitler schwärmte. Freizügig spricht er von seiner Leidenschaft: Seit 45 Jahren praktiziere er Sadomasochismus, immer extrem vorsichtig. Die gefilmte Kopflaus untersuchung fand er „langweilig“, doch hätte er es rüde gefunden, das Szenario abzubrechen. SM, das sei eine „absurde Tätigkeit“. Sex sei ohnedies eine absurde, animalische Sache. „Doch warum sollte man sich aufregen, solange man niemandem wehtut?“ Berichte, er habe mit der „Party“ den Faschismus der Eltern exorzieren wollen, nennt er „Unsinn“. „Ich habe es getan, und es war spaßig. Sex ist spaßig. Wenn man alle Details wüsste, wäre das Sexleben der meisten Menschen spaßig. Aber es ist nicht richtig, sich darüber lustig zu machen.“ (neu)

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