Welt : Sand: Zoologisches: Wie Tiere barfuß über heißen Sand laufen

Viele Tiere haben ihre Existenz eng an Sand geknüpft - wenn auch meist notgedrungen.

Ameisenlöwe: So nennt man die Larven der Ameisenjungfern, einem libellenähnlichen Insekt. Kaum ein anderes Tier macht sich die Rieselfähigkeit des Sandes so geschickt zu Nutze. Die Larve gräbt sich in Lockersand ein und schafft dabei einen Fangtricher, aus dem es für hineingepurzelte Insekten, meist Ameisen, kein Entrinnen mehr gibt - nicht zuletzt deshalb, weil der Ameisenlöwe seine Beute auch noch mit Sand bewirft. Die Reste schleudert er wieder hinaus: Dabei wuchtet das Insekt Objekte bis zum Achtfachen seines Körpergewichts in die Höhe. Wollten Menschen ihm dies nachtun, müssten sie ein 500-Kilo-Gewicht aus einer sieben Meter tiefen Sandgrube hinauswerfen.

Seitenwinder-Klapperschlange (Cotalus cerastes): Die hellgrau bis hellbraun gefärbte und zudem dunkel gefleckte Schlange lebt in Sandwüsten im Südwesten der USA. An die heißen Sandwüsten im Südwesten der USA hat sich der Seitenwinder (eng. sidewinder) durch eine sonderbare Art der Fortbewegung angepasst: Er schlängelt sich seitlich und fast sprunghaft voran, wobei der schuppige Körper den bis zu 80 Grad heißen Sand nur an zwei bis drei Stellen berührt. Das schützt die wechselwarme Schlange vor Überhitzung.

Sandkatze (Felis margarita): Als Wüstentier ist sie für ein Leben auf Sand gebaut, in ihrem Fall sind es die Sanddünen und Geröllzonen in den Wüsten Nordafrikas, der Arabischen Halbinsel und des Mittleren Ostens. Das ohne Schwanz 45-55 Zentimeter große Raubtier trägt unter seinen Pfoten dicke Pelzkissen aus langen Haaren, die zwischen den Sohlenballen hervortreten und die Katze wie auf Filzpantoffeln laufen lassen. So kann sie auf lockerem Sand flinker Hasen, Wüstenrennmäusen, Echsen und Insekten nachstellen und verbrennt sich dabei nicht die Pfoten.

Sandklaffmuschel (Mya arenaria): Beheimatet in Nord- und Ostsee, ist diese Muschel mit ihrer über zehn Zentimeter langen Schale die größte im deutschen Wattenmeer, wo sie meistens an Wattkanten und Prielen in Kolonien vorkommt. Der eiförmige Körper des auch Sandmuschel oder Strandauster genannten Tieres klafft an beiden Körperenden auseinander. Die Schale ist weiß, passt sich aber der Farbe des Sandes an, in den sich die aus Amerika eingeschleppte Muschel bis zu 30 Zentimeter tief eingräbt.

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