Sarg-Entführung : Heiße Spur im Fall Flick: Polizei stürmt Gutshof

Zwei Wochen ist es her, dass der Sarg und die Leiche des verstorbenen Milliardärs Friedrich Karl Flick aus einem Mausoleum am Wörthersee gestohlen wurden. Bislang tappte die Polizei im Dunkeln, doch am Mittwochabend ging sie einer ersten heißen Spur nach. Eine anonyme E-Mail ging bei der Zeitung "Österreich" ein - und gab einen entscheidenden Hinweis.

Flick
Aufgebrochen. Das Mausoleum des Milliardärs Flick. -Foto: dpa

Wien"Ich kenne also die Namen der Leute und den momentanen Lagerungsort des Sarges." Ein anonymer Informant brachte am Mittwoch die österreichische Polizei auf Trab. Der Sarg samt Leiche sei ins Burgenland entführt worden und liege dort in der Scheune eines Gutshofes versteckt. In seiner E-Mail gab der Informant, der mit pwagner unterzeichnet hatte, an, er habe zusammen mit den Entführern im Gefängnis Graz gesessen und dort die Entführung Flicks mit geplant.

Das anonyme Schreiben wurde ernst genommen: Nachdem die Redaktion der Zeitung "Österreich" am Nachmittag die Informationen an das österreichische Innministerium und das Bundeskriminalamt übergeben hatte, plante die Polizei sofort einen Großeinsatz. In den späten Abendstunden war es dann schließlich soweit: Rund 50 Polizisten sowie Spezialeinheiten der Elite-Truppe "Cobra" stürmten eine Scheune in Güssing. Hier hofften sie, die Leiche zu finden und die Diebe dingfest zu machen. Doch schon bald stand fest: Weder Sarg und Leiche noch die Entführer waren in dem Gebäude.

Dennoch war der Einsatz für die Fahndungsarbeit der Polizei nicht umsonst. Wie "Österreich" berichtet, verfolgt sie nun die Spur weiter und sucht nach den mutmaßlichen Tätern: Es soll sich um eine Dreierbande handeln - einen Slowenen, einen Serben und einen Österreicher. Zusammen mit dem Informanten sollen die drei Gesuchten eine Zeit im Gefängnis Graz-Karlau verbracht haben. Hier hätten sie zusammen vom schnellen Geld geträumt und den Plan gefasst, die vermögende Witwe Flicks zu erpressen: 500.000 Euro sollten für jeden dabei heraus springen. (sba)

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