Welt : Sars-Hysterie: Uni Berkeley lehnt asiatische Studenten ab

Die ersten streiten sich bereits um das geistige Eigentum an dem Erreger/Neue Kontrollmethoden verhindern Infektion in Flugzeugen

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Washington (dpa). Die liberale Universität von Kalifornien in Berkeley ergreift im Kampf gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars drastische Maßnahmen. Sie schickte allen Studenten aus China, Taiwan und Singapur, die im Sommersemester in Berkeley studieren wollten, eine Absage. Betroffen seien etwa 500 Studenten. Nach Medienberichten vom Dienstag ist Berkeley die erste Universität in den USA, die sich zu einem solchen Schritt entschloss. Die Universität östlich von San Francisco begründete die Maßnahme mit der Sorge um die Sicherheit der anderen Studenten. Es sei einfach unklar gewesen, wie etwa Studenten in den Wohnheimen geschützt werden könnten. Schon länger eingeschriebene Studenten, die nun nach einem Heimaturlaub zurückkehren, würden eingehend medizinisch befragt und für zehn Tage unter Beobachtung gestellt.

Das Virus ist noch gar nicht eindeutig identifiziert, auch ein Mittel dagegen muss erst noch gefunden werden. Doch schon jetzt streiten sich Wissenschaftler und kommerziell Interessierte um die Patentrechte. Immer wieder sind in den letzten Tagen und Wochen Ansprüche auf das geistige Eigentum an dem Virus oder Teilen seines genetischen Materials erhoben worden – für Kritiker Anlass genug, das gesamte Patentrecht auf so genanntes Lebendmaterial in Frage zu stellen. Die USBehörde zur Kontrolle und Vorbeugung von Krankheiten (CDC) hat die Patentierung des kompletten Sars-Virus sowie seiner gesamten genetischen Einzelteile beantragt. Wie CDC-Sprecher Llelwyn Grant betont, geht es dabei aber nicht um Profitabsichten. Vielmehr solle eine Monopolisierung verhinder werden. Es müsse sichergestellt sein, dass die Wissenschaft ebenso wie die Industrie Zugang zu Informationen über das Virus sowie zu Forschungsgrundlagen habe.

Neue Kontrollmethoden haben das Risiko vermindert, dass Sars in Passagierflugzeugen übertragen wird. Dies sei in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgt, wie der Generaldirektor der Internationalen Luftverkehrsvereinigung, Giovanni Bisignani, mitteilte. Ein ranghoher WHO-Vertreter bestätigte auf der Pressekonferenz, dass Singapur, Malaysia, Hongkong und Peking wirksame „Thermal-Kontrollen“ etabliert hätten, die Passagiere mit hohem Fieber zuverlässig anzeigten. Diese Personen würden noch vor dem Einchecken isoliert. Bisignani sagte, seit Beginn dieser Kontrollen Anfang April sei kein Sars-Fall mehr in einem Flugzeug aufgetreten.

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