Saudi-Arabien : Männer erpressen Internetbekanntschaften mit Fotos

Erpressung übers Internet: Zahlreiche junge Frauen in Saudi-Arabien werden von skrupellosen Männern um Geld und sexuelle Gefälligkeiten erpresst. Die Opfer schickten Fotos an vermeintlich harmlose Internetbekanntschaften.

Dschidda Über das Internet schließen Erpresser in Saudi-Arabien harmlos erscheinende Flirt-Bekanntschaften mit ihren Opfern, die zum Austausch von Fotos führen. Anschließend drohen sie den Frauen mit der Weitergabe oder Veröffentlichung der Bilder, insofern sie sich nicht gefügig zeigen, berichtete die in Dschidda erscheinende "Arab News" am Donnerstag. Schwärmerische Mails und Schnappschüsse ohne Schleier können die betroffene Frau in große Schwierigkeiten stürzen, wenn sie dem Vater, Bruder oder Ehemann zugespielt werden.

In dem islamischen Königreich ist im Prinzip jeder private Kontakt zwischen nicht miteinander verheirateten Frauen und Männern verboten. Das inzwischen vor allem von der Mittelklasse ausgiebig genutzte Internet bietet den oft falschen Anschein von Anonymität, der zum Austausch von Vertraulichkeiten verleitet.

Der Zeitungsbericht beschreibt mehrere Fälle: So presste ein Mann aus der östlichen Provinz Al-Ahsa einer 24-jährigen Frau 250.000 Rial (knapp 48.000 Euro) ab. Ein anderer zwang eine 18-Jährige in Mekka, ihren Schmuck im Wert von 5000 Rial zu verkaufen, um danach weiteres Geld und ein Rendez-vous von ihr zu verlangen. In der Hauptstadt Riad ließ sich eine Frau 14 Jahre lang erpressen und wurde dabei 800.000 Rial los. Die Fälle wurden nur deshalb bekannt, weil sich die verzweifelten Opfer am Ende an die Behörden wandten. (jg/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben