Saudi-Arabien : Viele Tote bei Unwetter während muslimischer Wallfahrt

Die muslimische Wallfahrt Hadsch wird von schweren Überschwemmungen überschattet. In Saudi-Arabien hat ein heftiges Unwetter mindestens 77 Menschen in den Tod gerissen.

DschiddaNach Angaben des Zivilschutzes vom Donnerstag stammen 21 Opfer aus Saudi-Arabien. Zur Nationalität der andern Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Die meisten von ihnen ertranken am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag, als der Regen in der Umgebung der Stadt Dschidda und in Mekka kleine Bäche in reißende Flüsse verwandelte. Mehrere Hütten stürzten ein. An einigen Hauptstraßen wurde am Mittwochnachmittag der Straßenbelag zerstört. "Die Bergungsarbeiten gehen immer noch weiter, es ist möglich, dass wir noch nicht alle Opfer gefunden haben", sagte ein Sprecher der Zivilschutzbehörde.

Unter den Toten, die zum Teil erst im Laufe des Donnerstags geborgen wurden, war nach offiziellen Angaben keiner der rund 2,5 Millionen Pilger, die sich in diesen Tagen zur islamischen Wallfahrt ("Hadsch") in Mekka versammeln. In den Städten Mekka und Dschidda halten sich auch außerhalb der "Hadsch"-Zeit viele Ausländer auf, die in Saudi-Arabien arbeiten.

Der saudische Zivilschutz erklärte, Helfer hätten am Mittwoch über 900 Menschen gerettet, die von den braunen Fluten eingeschlossen waren. Einige von ihnen wurden mit Helikoptern von den Dächern ihrer vom Wasser umtosten Häuser geholt.

Die Zeitung "Arab News" berichtete, am Mittwoch seien in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer binnen zwei Stunden 70 Millimeter Regen gefallen - das sind mehr als zwei Drittel der durchschnittlichen jährlichen Regenmenge für Saudi-Arabien.

Kanaldeckel wurden von den Wassermassen hochgedrückt. Allerdings gibt es nicht an jeder Straße Abwasserkanäle, so dass die Fahrbahnen bei heftigem Regen schnell überschwemmt sind. Bäume stürzten um. Es kam zu zahlreichen Autounfällen. (smz/dpa)

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