Welt : Schadenersatzforderungen: Zigarettenbranche in Furcht

Die Tabakbranche befürchtet, dass die geplante Anti-Tabak-Konvention Raucher und ehemalige Raucher weltweit zu hohen Schadenersatzforderungen wie in den USA ermutigen könnte. "Wir denken, dass diese Konvention Schadenersatzprozesse nach US-Mustern nicht in den Rest der Welt exportieren sollte", sagte der europäische Vizepräsident des Tabakkonzerns Philip Morris, David Davies, am Freitag bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. "Wir tragen keine rechtliche Verantwortung."

Bei den Vorbereitungstreffen für die Verhandlungen über die Anti-Tabak-Konvention der WHO hatten die 191 Mitgliedstaaten der Organisation über das "Verursacher-Prinzip" diskutiert. Eine Haftbarkeit der Zigarettenfirmen wird von den WHO-Mitgliedern bisher als eine Möglichkeit im Kampf gegen die Folgen des Rauchens in Erwägung gezogen. Einige Staaten haben sich aber vehement dagegen ausgesprochen, entsprechende Regelungen auf internationaler Ebene festzuschreiben.

In Genf beginnt am kommenden Montag die erste Verhandlungsrunde für die Anti-Tabak-Rahmenkonvention, die in etwa drei Jahren verabschiedet werden soll. Bei der von der WHO organisierten öffentlichen Anhörung räumte Davies einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs ein. Mit der geplanten internationalen Konvention der WHO sollen umstrittene Themen wie die Tabaksteuer, ein Verbot von Zigarettenautomaten und ein generelles Werbeverbot in allen 191 Mitgliedsstaaten einheitlich geregelt werden. An der Anhörung in Genf nehmen Vertreter von medizinischen Vereinigungen, Tabakbauern, Rauchergruppen und der Zigarettenindustrie teil. Die WHO will den Vertrag bis 2003 ausarbeiten.

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