Welt : Scharfe Töne

Nach dem Absturz einer Crossair-Maschine beim Anflug auf den Zürcher Flughafen Kloten suchen Bergungsmannschaften immer noch nach Spuren. Der Flugschreiber wird bereits ausgewertet.Unter den Todesopfern befinden sich offenbar auch zwei Mitglieder der Mädchenband "Passion Fruit". Eine Frau aus der Band hat überlebt. Sie hatte sich wie andere von ihren lärmenden Kolleginnen entfernt.

Unterdessen wird der Ton der schweizerischen Schuldzuweisungen gegen Deutschland schärfer. "Müssen wirklich zuerst Menschen sterben, bis reagiert wird?", zitiert die Schweizer Tageszeitung "Blick" aus einem Beschwerdebrief. "Der bereits große Widerstand gegen die Ratifizierung des Staatsvertrages mit Deutschland dürfte sich noch verstärken", orakelt die "Basler Zeitung". Hintergrund ist der Streit, bei dem Deutschland verlangt, dass aus Lärmgründen weniger Landeanflüge über Deutschland erfolgen. Deshalb müssen die Maschinen jetzt nachts wie auch die verunglückte Maschine auf einer Piste landen, die nicht das hochentwickelte Landesystem ISL besitzt. "Dass der Anflug vom Osten auf die Landepiste 28 erfolgt, hängt direkt mit dem Staatsvertrag mit Deutschland zusammen", kommentiert auch die moderate "Neue Zürcher Zeitung".

Zum Thema Online-Umfrage : Anschläge, Unglücke und Abstürze - Steigen Sie noch in ein Flugzeug? Doch der schweizerische Verkehrsminister Leuenberger sagt: "Dieses Landeverfahist auch vor dem Staatsvertrag durchgeführt worden. Der Staatsvertrag hat mit diesem Unglück nichts zu tun." Hinzu kommt, dass die Schweiz jahrelang Zeit hatte, auf dieser Piste ein neues System zu installieren.

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