Schießerei : Die Täter von Rüsselsheim sind identifiziert

Nach dem Blutbad hat die Polizei innerhalb von zwei Tagen das Verbrechen aufgeklärt. Mehrere Verdächtige haben sich gestellt.

Ruesselsheim
Aufwendige Spurensicherung am Tatort in Rüsselsheim. -Foto: ddp

RüsselsheimDie tödliche Schießerei zwischen zwei verfeindeten türkischen Gruppen im hessischen Rüsselsheim ist weitgehend aufgeklärt. Die Ermittler nahmen am Donnerstag weitere Verdächtige fest. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand sind vermutlich alle an der Auseinandersetzung beteiligten Personen identifiziert“, sagte Stefan Müller vom Landeskriminalamt (LKA).

Mehrere Verdächtige hätten sich freiwillig gestellt. Bei der Schießerei waren am Dienstagabend vor einer Eisdiele in der Fußgängerzone drei Menschen getötet worden, darunter eine unbeteiligte 55 Jahre alte Frau. Als Motiv vermuten die Ermittler gekränkte Ehre.

Insgesamt sollen acht Männer „in unterschiedlicher Weise“ an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein. Den Angreifern von Rüsselsheim war am vergangenen Freitag von einem Türsteher, der Mitglied der anderen Gang ist, der Einlass in eine Diskothek in Mainz verwehrt worden. Ein erster Versuch, diese „Erniedrigung“ gewalttätig zu vergelten, scheiterte am Samstag. Nach den Vernehmungen sei relativ sicher, dass mindestens zwei der Tatbeteiligten seit längerem im Streit lagen, sagte LKA-Sprecher Udo Bühler am Donnerstag. Die Demütigung durch den verwehrten Disco-Einlass habe möglicherweise das Fass zum Überlaufen gebracht.

Zu den vier Verdächtigen gehören nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch zwei 49 und 28 Jahre alte Männer, die bereits am Mittwoch festgenommen wurden, nachdem Zeugen sie am Tatort gesehen hatten. Auch der 31-jährige Türke aus Wiesbaden, der bei dem Blutbad schwer verletzt wurde, soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Polizei rechnet ihn zum Kreis der Angreifer.

Nach Darstellung des LKA saßen drei bis vier Personen in dem Café in der Rüsselsheimer Fußgängerzone, als sie von mehreren Männern angegriffen wurden. Dabei wurde mit mindestens zwei Schusswaffen mehrfach geschossen. dpa

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