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Schießerei im Thalys : Belgiens Premier spricht von "Terrorangriff"

Drei Menschen wurden bei einer Schießerei im Schnellzug von Amsterdam nach Paris verletzt. Passagiere überwältigten den Angreifer. Belgiens Regierungschef stufte den Vorfall als Terroranschlag ein.

Der Thalys steht nach der Schießerei nun im Bahnhof der nordfranzösischen Stadt Arras und wird kriminaltechnisch untersucht. Foto: Philippe Huguen/ AFP
Der Thalys steht nach der Schießerei nun im Bahnhof der nordfranzösischen Stadt Arras und wird kriminaltechnisch untersucht.Foto: Philippe Huguen/ AFP

Bei einer Schießerei in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris sind am Freitag drei Menschen verletzt worden, zwei davon nach übereinstimmenden Quellen schwer. Ein Opfer schwebe in Lebensgefahr, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, am Freitag dem Sender BFMTV. Ein unbekannter Mann, der um sich geschossen habe, sei schließlich von Passagieren überwältigt und im Bahnhof der nordfranzösischen Stadt Arras von der Polizei festgenommen worden.

Nach Angaben des Bahnsprechers hatte der Unbekannte Messer und Schusswaffen bei sich. Zu seinem Motiv gebe es noch keinerlei Erkenntnisse. Identität und Motiv des Täters blieben zunächst unklar, sagte Brandet. „Zu diesem Zeitpunkt von einer Terrorspur zu sprechen, wäre zu früh.“ Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve machte sich auf den Weg nach Arras. Vor Ort bezeichnete er die Attacke als "barbarische Gewalt".

Belgiens Regierungschef Charles Michel hat den Vorfall als Terroranschlag eingestuft. "Ich verurteile den Terrorangriff im Thalys und drücke meine Anteilnahme für die Opfer aus", schrieb er am Freitagabend auf Twitter. Die französischen Behörden machten bislang allerdings keine Angaben zum Motiv und sprechen bislang auch nicht von Terrorismus. Allerdings zog die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich.

Passagiere schritten beim Laden der Waffe ein

Die Regionalzeitung „La Voix du Nord“ berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, zwei Männer hätten an Bord des Zugs gehört, wie der Mann eine schwere Waffe in einer Toilette geladen habe und seien daraufhin eingeschritten. Einer sei von einem Schuss getroffen worden, der andere mit einer Stichwaffe verletzt worden. Ein dritter Passagier verletzte sich demnach leicht, als er die Glasscheibe an einem Alarmknopf einschlug.

Der Vorfall ereignete sich gegen 18 Uhr in einem Thalys. Alle Reisenden seien in Sicherheit, teilte die Thalys-Gesellschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Rettungskräfte seien vor Ort. Thalys ist eine Gesellschaft der französischen SNCF, der belgischen SNCB und der Deutschen Bahn. (dpa/AFP)

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