Schiffstaufe : Farbenfrohes Lichtspektakel in Hamburg

Großes Fest für eine Diva: Die Taufe des Kreuzfahrtschiffs "Aidadiva" hat mehr als 300.000 Menschen in den Hamburger Hafen gelockt. Die Hansestadt feierte zu Ehren des Schiffes ein Volksfest.

Hamburg - Scheinwerferlicht, Feuerwerk und Theaterdonner - bei der Taufe des Kreuzfahrtschiffes "Aidadiva" hat sich der Hamburger Hafen in eine farbenfrohe Showbühne verwandelt. An den Auftritt einer Operndiva erinnerte auch die Präsentation des Ozeanriesen am Freitagabend. Prächtig beleuchtet wie auf Laufsteg oder Theaterbühne kreuzte das 252 Meter lange Schiff vor den Landungsbrücken im Hamburger Hafen. Mehr als 300.000 Menschen waren zu der Party geströmt, schätzte die Polizei.

"Das ist sie!", ging um kurz nach 21 Uhr ein Raunen durch die Zuschauermassen. Dicht gedrängt verfolgten sie das Spektakel. Raketen schossen in den Himmel, tauchten die Szenerie in buntes Licht. Dazu Laserstrahlen und die Leuchtbalken von zahlreichen Scheinwerfern, die sich in den tief hängenden Wolken effektvoll brachen. Das Spektakel wirkte wie eine Mischung aus Disco und klassischem Theater.

"Die Schau ist aufgebaut wie eine Oper", sagte Lichtkünstler Gert Hof. Er entwarf die farbenprächtige Illumination. 200 Scheinwerfer, 30 Laser, 2000 Neonröhren und ein spektakuläres Feuerwerk verwandelten die Szenerie vor dem Dock von Blohm+Voss im Herzen des Hamburger Hafens in ein Lichtermeer. "Das Feuerwerk reicht bis zu 600 Meter hoch", erklärte Hof. Rund 750 Helfer bereiteten das Spektakel mehrere Tage lang vor. Zu den Kosten wollte sich die Reederei Aida Cruises nicht äußern.

"Grandios und wunderbar"

"Ein Riesenspektakel, eine einmalige Schiffstaufe - das größte Feuerwerk, das ich je gesehen habe", sagte Ex-Fußballstar Andy Möller nach der Schau. Ähnlich begeistert war auch die Sängerin von Texas Lightning, Jane Comerford: "Grandios und wunderbar", sagte sie nach der Party im Hafen. Viele Zuschauer applaudierten während der Schau Gert Hof und seinem Team, begrüßten das Schiff mit "Bravo"-Rufen. Kühle Temperaturen schreckten die Kreuzfahrtschiff-Fans nicht ab. Auf Pontons der Landungsbrücken, am Elbufer und von zahlreichen Balkonen und Hausdächern herab bewunderten Tausende das prächtig illuminierte Schiff.

"Es hat alles super geklappt", sagte später der Sprecher von Aida Cruises, Hansjörg Kunze. "Wir sind mit dem Ablauf vollauf zufrieden." Auch die Behörden zogen eine positive Bilanz. "Die Zeremonie ist problemlos verlaufen", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) rechnet damit, dass die Hansestadt als Hafen für Kreuzfahrtschiffe noch attraktiver wird. Im Jahr 2006 steuerten nach Angaben des Bürgermeisters 52 dieser Schiffe mit insgesamt mehr als 75.000 Gästen Hamburg an. Im Jahr 2015 rechnet die Stadt mit rund 100 Ozeanriesen pro Jahr.

"Aidadiva" bekommt noch drei Schwestern

"Die Aida trägt ein großes Stück dazu bei, dass Hamburg als Kreuzfahrthafen an Bedeutung gewinnt", sagte von Beust zum Auftakt der Taufe. Diese ist Höhepunkt eines mehrtägigen Programms, bei dem die "Aidadiva" Station in Hamburg, Kiel und Warnemünde macht.

Die 315 Millionen Euro teure "Aidadiva" ist das erste von vier neuen Schiffen in der Flotte der Reederei. In den kommenden Jahren sollen noch drei Schwesterschiffe folgen. Sie werden ebenso wie die "Aidadiva" von der Meyer Werft in Papenburg gebaut. Nach der Taufe in Hamburg nimmt die "Aidadiva" am 30. April bei ihrer Jungfernfahrt Kurs auf Mallorca.

Der Hamburger Hafen ist Ziel für viele Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt. So steuert zum Beispiel die gigantische "Queen Mary 2" regelmäßig die Hansestadt an, um Passagiere an Bord zu nehmen oder um sich im Dock von Blohm+Voss überholen zu lassen. In den vergangenen Jahren verfolgten mehrere hunderttausend Zuschauer auf den Elbdeichen und im Hamburger Hafen die Fahrt des Luxusliners. (Von Christina Freitag und Heiko Stolzke, dpa)

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