Schiffsunglück : Über 100 Flüchtlinge vor Küste Kolumbiens vermisst

Nach einem Schiffsunglück vor der Pazifikküste Kolumbiens werden 104 Flüchtlinge aus Ecuador vermisst. Es gibt kaum noch Hoffnung, die Menschen lebend zu retten.

Bogotá (18.08.2005, 11:05 Uhr) - In Ecuador löste die Nachricht Entsetzen aus. Viele Menschen haben Verwandte im Ausland, die mit ihrer Arbeit das oft äußerst schmale Familieneinkommen aufbessern.

Das Unglück ereignete sich bereits am vergangenen Freitag, wurde aber erst fünf Tage später bekannt, nachdem ein Fischerboot neun Überlebende gerettet hatte. Die zwei Frauen und sieben Männer hatten sich an Bojen und Holzkästen über Wasser gehalten. Sie wurden in die Hafenstadt Manta im Norden Ecuadors gebracht. Die Geretteten hätten durch die Sonne schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten und seien halb verdurstet und sehr entkräftet, teilten die Behörden mit.

Jeder von ihnen habe der Schlepperbande 10 000 Dollar (8000 Euro) gezahlt. Dafür sollten sie mit dem Boot bis Guatemala und später in die USA gebracht werden, sagten die Überlebenden.

Das nur für 15 Menschen geeignete Boot war am Donnerstag mit insgesamt 113 Flüchtlingen, die illegal in die USA wollten, von dem Hafen Esmeraldas in Ecuador in See gestochen. Schon wenig später sei das überladene Boot durch eine große Welle vollgeschlagen und gesunken, berichteten die Überlebenden. Die meisten Flüchtlinge hätten sich unter Deck befunden und seien mit in die Tiefe gerissen worden.

Nach Angaben des Kommandeurs der kolumbianischen Marine im Pazifik, Admiral Jairo Peña, wurden Schiffe und ein Suchflugzeug in die Region entsandt. Auch Ecuador habe ein Kriegsschiff und einen Hubschrauber im Einsatz. (tso)

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