• Schlag gegen organisierte Kriminalität: Mehr als tausend Festnahmen in Europa
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Schlag gegen organisierte Kriminalität : Mehr als tausend Festnahmen in Europa

Es ist der größte Schlag gegen das organisierte Verbrechen in Europa: Mehr als 1000 Personen wurden festgenommen - und 30 Kinder vor dem Menschenhandel gerettet. Die deutsche Polizei nahm bei "Operation Archimedes" 17 Menschen fest.

In der größten jemals gestarteten Aktion gegen das organisierte Verbrechen in Europa sind 1027 Menschen in mehreren Ländern festgenommen worden. Insgesamt seien mehr als 20 000 Polizisten und Sicherheitskräfte aus 34 Ländern - aus allen 28 EU-Staaten sowie aus Australien, Kolumbien, Norwegen, Serbien, der Schweiz und den USA - an dem Einsatz unter dem Namen "Archimedes" beteiligt gewesen, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Mittwoch in Den Haag mit. Die Aktion sei ein "Meilenstein" bei der Verfolgung der organisierten Kriminalität in Europa gewesen, hieß es. Die Festnahmen seien zwischen dem 15. und 23. September erfolgt.

Bei dem Einsatz seien auch 599 Kilogramm Kokain und 200 Kilogramm Heroin sowie 1.3 Tonnen Cannabis beschlagnahmt worden. 30 rumänische Kinder seien vor dem Menschenhandel gerettet worden. "Es handelt sich um die bedeutendste koordinierte Aktion, die jemals in Europa gegen das organisierte Verbrechen geführt wurde", sagte Europol-Direktor Rob Wainwright

Der internationale Polizei-Großeinsatz gegen das organisierte Verbrechen hat auch in Deutschland zu Festnahmen geführt. Im Rahmen der Kontroll- und Durchsuchungsoperation "Archimedes" hätten deutsche Ermittler 17 Menschen festgenommen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Elf von ihnen seien der Einschleusung von Ausländern verdächtig, drei des Drogenschmuggels. Drei weitere seien auf frischer Tat bei einem Einbruch gefasst worden.

Bei der gegen das organisierte Verbrechen im EU-Raum gerichteten Aktion hatten Strafverfolgungsbehörden aus 28 EU-Staaten und mehreren weiteren Ländern wie den USA in den vergangenen Tagen unter Federführung der EU-Polizeibehörde Europol Flughäfen, Grenzübergänge, Häfen und andere neuralgische Punkte kontrolliert. Außerdem nahmen die Ermittler die Infrastrukturen grenzüberschreitend operierender Banden ins Visier.

In Deutschland konzentrierten sich die Fahnder unter anderem auf die Deliktsbereiche Schleuserkriminalität, Drogenschmuggel, Handel mit gefälschten Waren sowie Einbruchdiebstahl. Den Angaben des BKA zufolge wurden zusätzlich zu den Festnahmen zwei Kilogramm Kokain sichergestellt sowie 241 illegal eingereiste Menschen entdeckt. Zudem ergaben sich Verdachtsfälle im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.

An den Ermittlungen in Deutschland beteiligten sich zwölf Landeskriminalämter, die Bundespolizei, das BKA und das Zollkriminalamt. "Organisierte Kriminalität hat viele Gesichter und ist international. Dieser Entwicklung muss mit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden entgegengewirkt werden", erklärte BKA-Präsident Jörg Ziercke dazu. (Tsp/AFP)

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