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Schlammlawine in USA : Mindestens 176 Vermisste und 14 Tote

Nach einem gewaltigen Erdrutsch im US-Staat Washington sind mindestens 14 Menschen gestorben, mehr als 176 weitere werden noch vermisst. Gebäude und Fahrzeuge wurden zerstört, ein Highway und 49 Grundstücke verschüttet.

Überschwemmter Highway: Bis zu 6 Meter Hohe Schlammlawine
Überschwemmter Highway: Bis zu 6 Meter Hohe SchlammlawineFoto: rtr

Nach dem gewaltigen Erdrutsch im US-Bundesstaat Washington wurde die Zahl der Vermissten noch einmal deutlich nach oben korrigiert: Nachdem zunächst von 108 Vermissten die Rede gewesen war, stieg deren Zahl am Montagabend auf 176. Wie das Büro des örtlichen Sheriffs Ty Trenary mitteilte, seien zudem sechs weitere Leichen gefunden worden. Damit steigt die Anzahl der Todesopfer auf 14.Örtliche Medien berichteten, unter den Vermissten seien ein vier Monate altes Baby und seine Großmutter.

Nach schweren Regenfällen hatte sich am Samstag von einem Berg bei Oso in Snohomish County plötzlich eine riesige Schlammlawine gelöst. Sie riss Häuser mehrere 100 Meter mit sich und rollte in einen Highway und in einen Fluss. „Es hörte sich wie ein Güterzug an“, sagte der Anwohner Dan Young, dessen Haus nicht zerstört, aber überschwemmt wurde, dem Sender Komo4News. „In nur 35 bis 40 Sekunden war es vorbei.“

Vier Meter tiefer Treibsand

Der örtliche Feuerwehrchef Travis Hots sagte auf einer Pressekonferenz, die Vermissten hätten sich in Siedlungen direkt auf dem Kurs der Schlammlawine befunden. "Wir hörten Schreie von Überlebenden und konnten trotzdem nicht zu Hilfe eilen. Einige Retter stecken buchstäblich bis zu den Achseln im Schlamm" so Hots weiter. Die Erdmassen seien schlüpfrig wie Treibsand, instabil und stellenweise bis zu viereinhalb Meter tief. Das erschwere die Hilfsmaßnahmen der Rettungsteams. Sie hätten selbst per Hubschrauber gerettet werden müssen. Wie viele Menschen tatsächlich noch vermisst würden, sei noch nicht abzusehen, hieß es. Einige Menschen seien in ihren Autos von der Schlammlawine überrascht worden, als diese über den Highway hinwegfegte.

Die Chancen, noch Lebende unter den Erdmassen zu finden, schwinden von Stunde zu Stunde. Die etwa hundert Einsatzkräfte konzentrierten ihre Suche auf Orte, in denen es Luftkammern geben könnte, etwa Häuser und Autos. US-Präsident Barack Obama gab Nothilfe aus dem Bundeshaushalt frei.

Weitere Regenfälle erwartet

Wie die Washington Post berichtet, wurden bei der Katastrophe mindestens 49 Grundstücke verschüttet. Darauf hätten 35 Häuser, eine Hütte sowie 13 Fertighäuser und Wohnmobile gestanden. Unter den 35 Häusern seien 25 das ganze Jahr über bewohnt, die zehn übrigen seien Ferienhäuser. Die Zeitung „Seattle Times“ berichtete, Oso habe schon 1967 und 2006 Erdrutsche erlebt.

Der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Inslee, erklärte, dass mindestens eine Quadratmeile des betroffenen Gebietes völlig zerstört ist. Er rief den Ausnahmezustand für das Areal aus. Augenzeugen berichteten von "einer sich bewegenden Wand aus Matsch und Dreck". Die Einwohner der Umgebung wurden vor weiteren Erdrutschen gewarnt. Die Region der Cascade Mountains war in den vergangenen Wochen von außerordentlich starken Regenfällen heimgesucht worden. Am Sonntag beruhigte sich die Lage etwas, doch sagten die Meteorologen für die kommende Woche weitere heftige Regenfälle voraus. (lur/dpa/rtr)

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