Schlammlawinen : Opferzahlen in Mittelamerika steigen weiter

In den Krisengebieten Mittelamerikas ist wegen des anhaltenden Regens keine Besserung in Sicht. Die Zahl der durch Überschwemmungen und Lawinen Getöteten steigt unterdessen weiter.

Mexiko-Stadt/Guatemala-Stadt - Auch zehn Tage nach dem Beginn der sintflutartigen Regenfälle in Mittelamerika und Südmexiko werden Dörfer von Schlammlawinen in die Tiefe gerissen. Die Zahl der Toten steigt ständig. Viele Menschen warten verzweifelt auf Hilfe. Es gibt zu wenige Hubschrauber und der Landweg ist meist versperrt. Offiziell starben bisher rund 800 Menschen, doch es werden noch Hunderte von Menschen vermisst, so dass die Zahl der Getöteten weitaus höher als 2.000 sein dürfte.

Jeden Tag entdecken die Rettungskräfte neue menschliche Tragödien, wenn sie endlich zu Gebieten vorgedrungen sind, die sie bis dahin nicht erreichen konnten. So starben im Dorf Belisario Dominguez im südmexikanischen Staat Chiapas 23 Menschen bei einem Erdrutsch, der 200 Häuser mit in die Tiefe riss. Das Unglück hatte sich bereits am vergangenen Dienstag in der Sierra Madre von Chiapas ereignet.

Die Regierung von Guatemala hat die Vereinten Nationen indessen um 21,5 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) Nothilfe gebeten. Der «dringende Anruf» sei bereits am Sonntag erfolgt, sagte am Montag Vizepräsident Eduardo Stein vor der Presse in Guatemala-Stadt. Guatemala ist von den durch Tropensturm «Stan» ausgelösten Regenfällen am stärksten getroffen worden. Offiziell wurden in dem kleinen mittelamerikanischen Land 652 Menschen getötet. 3,5 Millionen Menschen sind in irgendeiner Weise von dem Unwetter geschädigt. Präsident Oscar Berger verfügte am Montag eine dreitägige Staatstrauer. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben