Schleswig-Holstein : Prozess um Ekelfleisch-Döner beginnt

Der Angeklagte im Gammelfleisch-Prozess hatte teilweise salmonellenverseuchtes Fleisch unter seine Dönerspieße gemischt. Sein Ertrag durch den widerlichen Betrug: 400.000 Euro.

ItzehoeRund einhundert Tonnen mit Durchfallerregern verseuchte Döner soll ein Unternehmer aus Lägerdorf (Schleswig-Holstein) an Imbissbetriebe in ganz Norddeutschland geliefert haben. Der 54-Jährige muss sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz seit Dienstag vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Ein 52-jähriger Lieferant ist wegen Beihilfe zum Betrug mitangeklagt.

Laut Staatsanwaltschaft verkaufte der Hauptangeklagte zwischen Dezember 2006 und September 2007 Ekelfleisch-Döner an Imbissbuden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen. Er mischte unter seine Döner-Masse unter anderem Kalbfleisch und Rindfleisch der Kategorie 3, das für den menschlichen Genuss untauglich war, sowie Rindfleisch ohne Herkunftsnachweis.

Der Dönerproduzent soll mit seinen Ekel-Spießen einen Umsatz von knapp 400.000 Euro erzielt haben, bevor einer seiner Mitarbeiter das Gesundheitsamt informierte. Lebensmittelchemiker hatten anschließend in Fleischproben Campylobacter-Bakterien und zum Teil auch Salmonellen entdeckt. Zu einer Gesundheitsgefährdung der Konsumenten war es nach Angaben der Staatsanwaltschaft trotzdem nicht gekommen, da die Dönerspieße in den Imbissgeschäften erhitzt wurden. (mpr/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben