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Schneebretter fallen herab : Tauwetter in Berlin: Gefahr durch Dachlawinen

Wegen des Tauwetters zum Jahreswechsel droht in Berlin Gefahr durch Dachlawinen - auch am Hauptbahnhof. In Wedding wurde ein Mann schwer verletzt.

Offenbar keine Probleme mit kalten Füßen hat dieses Huhn, fotografiert von Ralpf Hinterkeuser. Schicken auch Sie uns Ihre Fotos des Berliner Winters an leserbilder@tagesspiegel.de.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Ralph Hinterkeuser
21.01.2011 10:35Offenbar keine Probleme mit kalten Füßen hat dieses Huhn, fotografiert von Ralpf Hinterkeuser. Schicken auch Sie uns Ihre Fotos...

Der 53-jähriger wurde von einer Dachlawine getroffen. Es handele sich um den Beschäftigten einer Räumungsfirma, der den Hinterhof eines Wohnhauses in der Soldiner Straße offenbar vom Schnee befreien wollte, teilte die Polizei mit. Dabei wurde der Mann von herabstürzenden Schneemassen getroffen. Er musste anschließend wiederbelebt werden.

Beim Schneeräumen auf Dächern stürzten in der Region außerdem zwei Männer in die Tiefe. Ein 33-Jährige fiel in Brandenburg von einer Brüstung aus etwa fünf Meter Höhe und starb, teilte die Polizei in Frankfurt (Oder) mit. Der Mann sollte das Dach in Beeskow mit zwei Kollegen von Schnee befreien.

Wenige Stunden vor dem Jahreswechsel musste ein zentraler Eingang zum Berliner Hauptbahnhof gesperrt werden, weil Schneebretter vom Dach zu stürzen drohten. Nach Angaben der Feuerwehr gelang es, über Leitern die Schneemassen auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern mit einem kräftigen Warmwasserstrahl abzuspritzen. Alle Eingänge waren am Abend wieder geöffnet. Wegen der großen Silvesterparty am Brandenburger Tor wurden am Bahnhof noch viele Reisende erwartet.

Fußgänger sollten in Berlin an Neujahr auch aus einem anderen Grund vorsichtig sein: Eis- und Schneeflächen auf den zahlreichen weiterhin ungeräumten Gehwegen tauen an der Oberfläche und werden dadurch spiegelglatt. Auch der vielerorts nicht beseitigte Schneematsch ist tückisch rutschig.

Weiterhin Verspätungen im Bahn- und Flugverkehr

Im bundesweiten Fernverkehr der Bahn kam es zu einzelnen Verspätungen und Zugausfällen, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Insgesamt habe sich der Betrieb weiter stabilisiert. Um etwas größere Reserven zu schaffen, setzt der Konzern auch Fahrzeuge aus dem Ausland ein. Auf der Strecke von Berlin nach Dresden ging am Morgen etwa zweieinhalb Stunden lang nichts mehr: Ein Schaden an der Oberleitung stoppte in Brandenburg einen Zug nach Prag.

Für Flugreisende könnte es zum Jahresanfang noch einmal dicke kommen: Der wichtigste Hersteller von Enteisungsmitteln für Flugzeuge, der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant warnte, er müsse seine Produktion wegen knapper Grundstoffe voraussichtlich zu Jahresbeginn unterbrechen. Das könnte die Maschinen am Boden halten.

Der Chef der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ADV, Ralph Beisel, ist jedoch zuversichtlich, dass sich die Airports mit dem Taumittel aushelfen. „Wir haben noch ausreichende Mengen und wenn uns die Witterung jetzt nicht zu extrem einen Streich spielen sollte, dann hoffen wir, dass wir - bis der Lieferant wieder liefern kann - den Ausgleich hinbekommen zwischen den Flughäfen.“

Der Neujahrstag wartet laut DWD dank Tief „Waltraud“ meist mit Temperaturen im positiven Bereich auf. Die Höchstwerte liegen zwischen null Grad im Süden und bis zu fünf Grad im Norden. In der Mitte Deutschlands fällt zunächst etwas Schnee, in tiefen Lagen als Regen. Zum Nachmittag hin gehen die Niederschläge in Schnee über

Schnee soll es auch am Sonntag in den Mittelgebirgen und an den Alpen geben. Und es wird wieder kühler mit bis minus zwei Grad. Die Wintersportbedingungen sind weiter gut. Rutschig oder richtig glatt kann es am Montag in den Mittelgebirgen und an den Alpen werden, wenn der Schnee in gefrierenden Regen übergeht. (Tsp/dpa/dapd)

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