Schneechaos : Wintereinbruch auf Deutschlands Straßen

Schneefälle haben in der Nacht zum Mittwoch den Verkehr im gesamten Bundesgebiet erheblich beeinträchtig. In Unterfranken steckten die Autos auf der A 3 im Schnee fest. Es kam zu zahlreichen Auffahrunfällen und Blechschäden. Die Berliner reagieren gelassen auf die Rückkehr des Winters.

Berlin/Hamburg/WürzburgDer Winter ist nach Deutschland und damit auch nach Berlin zurückgekehrt, doch die Stadt bleibt gelassen. Wie die Berliner Verkehrszentrale gegenüber tagesspiegel.de bestätigte, gab es kaum mehr Verkehrsbehinderungen als an normalen Arbeitstagen. Auf der A 10 und der A 24 kam es jedoch zu Unfällen.

Die BSR sieht die Situation ebenfalls entspannt. "Natürlich sind wir an der weißen Front“, sagte Pressesprecher Bernd Müller zu tagesspiegel.de. Der Schnee habe erst gegen sechs Uhr eingesetzt, die Männer und Frauen der BSR seien seit fünf Uhr im Einsatz, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten. Nur auf den Gehwegen müsse man aufpassen, warnte Müller. Dort ist die Stadtreinigung nicht zuständig.

Verkehr in Teilen Deutschlands beeinträchtigt

Die Rückkehr des Winters hat am Mittwochmorgen in Teilen Deutschlands den Verkehr beeinträchtigt. In den von starkem Schneefall betroffenen Gebieten wie in Hessen und Bayern gab es zwar zahlreiche Unfälle - meist blieb es aber bei Blechschäden.

Heftige Schneefälle im Spessart in Bayern haben in der Nacht zu Mittwoch vor allem auf der Bundesautobahn 3, aber auch in den Landkreisen Aschaffenburg, Main-Spessart und Landkreis Miltenberg für ein Verkehrschaos gesorgt. Der Verkehr lag zum Teil völlig lahm, zahlreiche Autofahrer auf der A3 wurden im Stau eingeschlossen, wie das Polizeipräsidium Unterfranken in Würzburg mitteilte. Es gab einige Unfälle, bei denen aber niemand verletzt wurde.

Autos bleiben in 20 Zentimeter Schnee stecken

Im Bereich der A 3 und in den Höhenlagen des Spessarts waren den Angaben zufolge in kürzester Zeit 20 Zentimeter Schnee gefallen. Der Verkehr auf der A 3 kam zwischen der Rastanlage Rohrbrunn und Wertheim in Fahrtrichtung Frankfurt zwischen 20 und 23:30 Uhr ganz zum Erliegen, weil immer wieder Lkw an den Steigungsstücken hängen blieben. Feuerwehren und das Technische Hilfswerk mussten immer wieder liegengebliebene Lkw anschleppen. Teilstrecken mussten zwischendurch für Räumfahrzeuge total gesperrt werden.

Auch auf den Straßen abseits der Autobahn ereigneten sich immer wieder kleinere Unfälle, weil Autofahrer mit ihren Fahrzeugen in den Graben rutschten. Verletzte gab es dabei aber keine. Das Rote Kreuz richtete auf der A 3 an den Anschlussstellen Wertheim und Marktheidenfeld sowie auf einem Parkplatz zwischen Rohrbrunn und Marktheidenfeld Versorgungsstationen ein. Die Behinderungen werden vermutlich noch einige Zeit andauern.

Schnee und glatte Straßen führten auch in Hessen zu Unfällen und Behinderungen. Vor allem in Nord- und Osthessen hatte die Polizei alle Hände voll zu tun. So fuhr bei Kassel ein Sattelzug auf einer Landstraße in den Graben. Auf der A 7 drehte sich vor dem Kreuz Kassel ein Auto und blieb quer zur Fahrbahn stehen. Ein zweites Auto prallte in das Fahrzeug, zwei Menschen wurden dabei verletzt.

Enteisung der Tragflächen löst Fehlalarm auf Hamburger Flughafen aus

Im baden-württembergischen Neustadt krachte in der Nacht zu Mittwoch ein belgischer Sattelzug auf schneeglatter Straße in eine Garage. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 55-jährige Fahrer durch den Aufprall verletzt. In Nordrhein-Westfalen entspannte sich hingegen die Situation, nachdem dort dichtes Schneetreiben am Dienstagabend auf Autobahnen für Staus und Chaos gesorgt hatte.

Ein Schneepflug musste am Dienstagabend bei einem Schwelbrand in einem Ferienhauses im hessischen Poppenhausen erst einmal den Weg für die Feuerwehr räumen, bevor mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte. In Hamburg rückten 50 Feuerwehrleute zu einem ungewöhnlichen Einsatz aus: Enteisungsspray für die Flugflächen einer Frachtmaschine war von der Klimaanlage des Fliegers aufgesogen worden; der dadurch entstandene Dampf war fälschlicherweise für Rauch gehalten worden. (ml/jg/ddp/dpa)

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