Schneekatastrophe : Entspannung in Ostbayerns Krisenregionen

In den ostbayerischen Krisenregionen haben auch am Sonntag hunderte Helfer Schnee von einsturzgefährdeten Gebäuden geschaufelt. Insgesamt entspannte sich die Lage aber nach Angaben der Leiter der Krisenstäbe.

Passau - In der Nacht starb in einer Deggendorfer Klinik ein 55 Jahre alter Mann, der bei Schneearbeiten auf seiner Reithalle rund zwölf Meter in die Tiefe gestürzt war. Meteorologen warnten unterdessen vor Hochwasser in den Krisengebieten, da voraussichtlich Mitte der Woche Tauwetter einsetzen werde. Das Schmelzwasser könne wegen der gefrorenen Böden nicht ablaufen.

In dem besonders stark betroffenen Landkreis Passau sollte der Einsatz der Bundeswehr am Sonntag beendet werden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Die Zahl der Einsatzkräfte sei schon am Samstag deutlich reduziert worden. Ralph Heinrich von der Kreisverwaltung Freyung-Grafenau berichtete am Sonntag, es würden keine Helfer aus anderen Regionen mehr angefordert. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich am Sonntag verstärkt darauf, auch auf Nebenstrecken die stark verschneiten Straßen mit Schneefräsen frei zu bekommen. «Bis Sonntagabend soll die vollständige Befahrbarkeit sicher gestellt werden», erklärte Heinrich.

Nachdem bereits am Samstag der Landkreis Schwandorf als erster der sechs betroffenen Kreise den Katastrophenalarm aufgehoben hatte, rechnete der Krisenstab des Landkreises Deggendorf für Sonntag ebenfalls mit einer Aufhebung. Im Landkreis Passau dagegen wird der Katastrophenalarm voraussichtlich bis Montag aufrechterhalten.

Am Samstag hatten sich Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, Innenminister Günther Beckstein und Wirtschaftsminister Erwin Huber (alle CSU) im Krisengebiet ein Bild von der Lage gemacht. Dabei kündigte Stoiber Finanzhilfen für die betroffenen Landkreise an. Bis Montag sollen die Kreise eine erste Schadensbilanz erstellen, am Dienstag will sich das Kabinett mit den Hilfszahlungen beschäftigen.

Am Montag wird noch in zahlreichen Orten Niederbayerns die Schule ausfallen. Grund dafür ist, dass die Busunternehmen wegen der Straßenbedingungen die Kinder nicht transportieren sollen. (tso/dpa)

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