Welt : Schneller Alarm per SMS

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Könnten alle Handybesitzer innerhalb eines Viertels vor einer drohenden Gefahr wie dem Amokläufer gewarnt werden? Thomas Loster von der Münchener Rück Stiftung glaubt, dass ein solches System funktioniert hätte. Für Bernhard Hartz von der Berliner Feuerwehr aber ist eine nicht punktgenaue Warnung mit Nachteilen verknüpft, weil so zum Beispiel Besucher im Berliner Reichstag vor einer Gefahr gewarnt werden, gleichzeitig aber auch die Touristen am Brandenburger Tor ein paar Hundert Meter weiter beunruhigt werden. Gravierender ist ein anderer Nachteil der Warnung über SMS, erklärt Bernhard Hartz am Beispiel der letzten Silvesterparty am Brandenburger Tor. Wer dort kurz vor Mitternacht eine Neujahrsmail abgeschickt hat, bekam die Antwort oft erst viele Stunden später , weil die rasche Zustellung einer SMS nicht garantiert ist. Wenn nun aber Hunderttausende am Brandenburger Tor das neue Jahr begrüßen, kommt die Warnung vor einer Gefahr deshalb nicht rechtzeitig, weil zu viele gleichzeitig informiert werden müssen. Technisch aber macht die Warnung über SMS grundsätzlich kaum Probleme . Da die Computerprogramme bereits vorhanden sind, die den Standort der Handys erfassen und an alle Geräte innerhalb eines Bereiches automatisch eine SMS schicken können – bei einem Grenzübertritt zum Beispiel –, dürfte ein SMS-Warnsystem nicht allzu teuer werden, folgert Thomas Loster. Tatsächlich gibt es ein solches Warnsystem in Deutschland, allerdings nur für Abonnenten : Verschiedene Versicherungsunternehmen bieten Interessierten an, sie vor Unwetter mit einer SMS zu warnen. Und da plötzlich auftretende Sturmböen viele Leute in Gefahr bringen können, haben diese Dienste bereits zahlreiche Abonnenten. Roland Knauer

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