Welt : Schönheitskur für das Kolosseum

Rom - Die bitter notwendige Restaurierung des verschmutzen und verwitterten Kolosseums in Rom kann beginnen. Jahre dauerte die Suche nach Geldgebern für die aufwendige Runderneuerung des antiken Wahrzeichens der Ewigen Stadt. Und lange feilten Archäologen und Kulturexperten an ihren Plänen für eine „Wiedergeburt“ des jährlich von mehr als fünf Millionen Touristen aus aller Welt besuchten Amphitheaters. Nun steht die Finanzierung. Ende Juli sollen die Aufträge vergeben werden, und zwei Monate später beginnen dann die Arbeiten.

Die Schönheitskur für das durch Umweltdreck, Verkehrsvibrationen und Alterserscheinungen mürbe gewordene Prachtbauwerk der alten Römer wäre jetzt nicht möglich ohne Diego Della Valle, den italienischen „Schuhkönig“ und Herrn über den Luxuswarenkonzern Tod’s. Der Mann aus dem Adriaort Sant’Elpidio a Mare machte 25 Millionen Euro locker, um – als einziger Sponsor – der tief in den roten Zahlen steckenden Hauptstadt unter die Arme zu greifen. Gerade in Krisenzeiten sollten die Unternehmer etwas von ihrem Profit für ihr Land und die Leute abtreten, arumentiert Diego Della Valle.

Was jetzt in Angriff genommen wird, soll die begehbare Fläche des Kolosseums um ein Viertel ausweiten. Draußen entsteht in der Nähe des Konstantinbogens ein modernes Service-Zentrum. Das schafft Platz im Kolosseum selbst. Die verdreckte Nord- und Südfassade des Monuments wird mit einer Wasserzerstäubungstechnik unter atmosphärischen Druck von der Staubschicht und den starken schwarzen Verkrustungen befreit, ganz ohne Lösungsmittel. Was abgebrochen ist, wird neu befestigt, Metallteile werden behandelt, geplatzter Gips geglättet. Und das alles auf einer Fassadenoberfläche von mehr als 21 000 Quadratmetern. Zudem müssen die Wandelgänge und das unterirdische Terrain restauriert werden. Die unteren Arkadengewölbe erhalten ein neues Gittersystem, um das Kolosseum nach außen abzuschließen. dpa

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