Welt : Schüsse im Bus

Ein Geiseldrama in Manila ist weltweit im Fernsehen übertragen worden – acht Touristen starben

Mit Hammerschlägen versucht ein Polizist, die Tür einzuschlagen. Foto: dpa
Mit Hammerschlägen versucht ein Polizist, die Tür einzuschlagen. Foto: dpaFoto: dpa

Manila - Die Bilder des Dramas von Manila – sie waren am Montag weltweit live im Fernsehen zu sehen. Ein ehemaliger Polizist, der 2009 wegen schwerer dienstlicher Vergehen entlassen worden war, kaperte einen Touristenbus. Der 55-Jährige forderte seine Wiedereinstellung. Nach einem zehn Stunden dauernden Geiseldrama endete die Irrfahrt durch die philippinische Hauptstadt tödlich – acht Reisende aus Hongkong starben. Der Geiselnehmer wurde bei der Erstürmung des Busses erschossen. „Einer unserer Scharfschützen hat es geschafft, ihm in den Kopf zu schießen“, sagte Einsatzleiter Nelson Yabut.

„Das ist ein trauriger Tag für unser Land“, sagte der philippinische Tourismusminister Alberto Lim. „Es ist ein schwarzer Fleck auf unserem Bild in der ganzen Welt.“ Die Fernsehbilder hatten stundenlang die vergeblichen Versuche von Spezialkräften gezeigt, in den Bus zu gelangen. Mit eher unbeholfenen Axthieben versuchten sie, Türen und Fenster des Fahrzeugs zu zerstören – immer wieder unterbrochen und gebremst von einem Kugelhagel aus dem Inneren des Busses.

Als die Polizei den Bruder des Geiselnehmers zur Unterstützung bei den Verhandlungen in die Nähe des Busses brachte, hörten Radiohörer in Manila entsetzt mit an, wie der Kidnapper schrie: „Ich habe gerade zwei Geiseln erschossen, und ich werde noch den ganzen Rest erschießen, wenn ihr nicht sofort meinen Bruder in Ruhe lasst!“ Der Fahrer des Busses hatte nach dem ersten Kugelhagel fliehen können. Er sagte der Polizei nach Medienberichten, der Geiselnehmer habe all seine Opfer in einer Ecke des Busses zusammengedrängt und auf sie gefeuert. „Alle sind tot“, schilderte er den Polizisten. Zum Glück war es nicht so: Nach der Erstürmung des Busses fand die Polizei auch einige Verletzte vor.

Das Geiseldrama hatte am Morgen begonnen, als der mit einem M16-Sturmgewehr bewaffnete Kidnapper die 25 Menschen in dem Bus in seine Gewalt brachte – vier Philippiner sowie 20 Touristen und einen Reiseleiter aus China. Später ließ er viele seiner Geiseln frei, darunter die Kinder in der Gruppe. Nach Angaben eines Polizeisprechers war dem Mann Erpressung und Nötigung vorgeworfen worden. dpa/AFP

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