Welt : Schwäne brachten die Vogelgrippe

Paul Kreiner

Rom – Der Schwarm der kranken Schwäne kam offenbar vom Balkan. Vielleicht waren sie wegen der Kälte in Osteuropa weiter nach Süden geflogen als sonst. In Weihern und Seen blieben einundzwanzig sterbende oder tote Vögel zurück. Tierfreunde nahmen den einen oder anderen in Pflege, Kinder streichelten und fütterten sie; sizilianische Carabinieri holten mehrere Schwäne in ihre Dienstgarage; andere wurden in eine Klinik für Wildvögel in Catania eingeliefert – dort entstand der Verdacht. Gewebeproben wurden in Palermo untersucht, danach noch einmal zur Sicherheit in Padua, und am Wochenende teilte Gesundheitsminister Francesco Storace mit, bei fünf Vögeln sei H5N1 gefunden worden, die aggressivste, auch für Menschen gefährliche Form des Vogelgrippevirus.

Seither stehen fünf Landkreise gewissermaßen unter Quarantäne. Kreise hat man um die Fundorte der infizierten Schwäne gezogen: einen inneren von drei Kilometern Durchmesser – dort werden dreißig Tage lang alle Geflügelzuchtbetriebe einer strengen Kontrolle unterworfen; kein Fleisch, keine Eier dürfen ausgeführt werden – und einen äußeren von zehn Kilometern Durchmesser. Dort gilt für die nächsten drei Wochen eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber allem, was fliegt. Die beliebte Jagd auf Zugvögel soll dort verboten werden. Die anderen „Patienten“ der Cataneser Vogelklinik – darunter eine Schleiereule, ein Reiher, ein Uhu – sind bereits eingeschläfert worden. Aber die Gesundheitsbehörden beruhigen: Es sei noch kein Fall bekannt geworden, in dem die Krankheit von Wildvögeln auf Menschen übergegangen sei.

Im tiermedizinischen Institut von Padua gibt man sich von der Ankunft der Vogelgrippe nicht überrascht: „Wir hatten sie erwartet“, sagt Direktor Stefano Maragon. Seit Oktober habe man 5441 Proben allein von Wildvögeln gezogen – bis jetzt waren sie ohne Befund.

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