Schweden : Atomreaktor nach Brand abgeschaltet

Nach dem Brand eines Transformators ist das schwedische Kernkraftwerk Ringhals 3 im Südwesten des Landes abgeschaltet worden. Die Ursachen für den Vorfall sind noch unklar.

Stockholm - Der Brand sei "kurz nach Mitternacht" in einem der vier Transformatoren des Kraftwerks entstanden, sagte der Sprecher des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Torsten Bohl, auf Anfrage. Der Brand sei schnell gelöscht worden, Radioaktivität sei bei dem Vorfall nicht ausgetreten. Die Sicherheit des Reaktors sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen, versicherte der Sprecher. Die gesamte Kernkraftwerksanlage bleibe allerdings "für mindestens zwei Wochen" abgeschaltet.

Die schwedische Atomenergiebehörde (SKI) teilte mit, alle Sicherheitssysteme hätten planmäßig funktioniert. Nach Angaben von SKI-Sprecher Anders Jörle waren die Ursachen für den Vorfall zunächst unklar. Der Reaktor befinde sich "50 bis 60 Meter" von dem in Brand geratenen Transformator entfernt. Verletzt wurde nach Angaben der Behörde niemand.

Das Atomkraftwerk Ringhals ist nach Angaben von Vattenfall der größte Reaktor in Skandinavien. Die Anlage befindet sich an der Südwestküste Schwedens 60 Kilometer südlich von Göteborg, nahe der Grenze zu Dänemark.

Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark hatte es Ende Juli einen schweren Störfall gegeben. Das Kraftwerk musste nach einem Kurzschluss abgeschaltet werden. Erst im Oktober wurden die beiden nach dem Störfall heruntergefahrenen Reaktorblöcke wieder hochgefahren. Der Vorfall in Forsmark galt als die schwerste Panne in der Geschichte der Atomkraft des Landes. Schweden deckt mit derzeit noch zehn Atomkraftwerken nahezu die Hälfte des Strombedarfs, will aber innerhalb der nächsten 30 Jahre vollständig auf die Kernenergie verzichten. (tso/ddp/AFP)

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