Schweinfurt : Rentner sticht Staatsanwalt nieder

Ein 75-jähriger Mann hat im Schweinfurter Landgericht mit einem Messer auf einen Staatsanwalt eingestochen. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um einen Racheakt.

Schweinfurt - Der Rentner war nach Polizeiangaben mit einem Messer in das Büro des Juristen gestürmt. Der 48-Jährige wurde bei der Attacke schwer verletzt. Der Staatsanwalt hatte den Rentner im vergangenen Jahr wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Der 75-Jährige war daraufhin zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden.

"Was ihn dazu bewegt hat, den Staatsanwalt, der ihn zwar angeklagt, aber nicht verurteilt hat, niederzustechen, weiß ich nicht. Das lässt viele Fragen offen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Rainer Vogt auf die Frage, ob es sich um einen Racheakt handelt. Der Rentner wurde kurz nach der Tat festgenommen, er erlitt bei dem Übergriff eine Kopfplatzwunde.

Psychologisch nicht nachvollziehbar

Derzeit werde geprüft, ob der 75-Jährige nach der Behandlung seiner Verletzungen in eine psychiatrische Klinik kommt oder dem Ermittlungsrichter vorgeführt wird. "Die Tat und der mögliche Hintergrund sind psychologisch nicht nachvollziehbar", sagte Vogt. Die Verurteilung zu einer Geldstrafe sei nicht so schwerwiegend gewesen.

Das 48-jährige Opfer habe mehrere Stichverletzungen erlitten, schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Ob der Rentner gezielt in das Büro des Staatsanwalts gestürmt ist, steht noch nicht abschließend fest. Einen Termin im Justizgebäude hatte er nach Aussagen eines Polizeisprechers jedenfalls nicht. (tso/dpa)

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