Welt : Schweiß: Medizin - Wenn zu viel Schweiß fließt

Normalerweise arbeitet das menschliche Kühlsystem mit großer Präzision. Manchmal aber gerät es aus dem Gleichgewicht.

Miliaria, im Volksmund "Friesel" oder "Hitzeausschlag" genannt, ist vergleichsweise harmlos. Besonders bei Kindern treten nach starkem Schwitzen hirsekorngroße Hautbläschen auf - die so genannten Hitzepickel. Ursache ist eine Unterfunktion der Schweißausscheidung, die nicht atmungsaktive Bekleidung gefördert wird.

Hyperhidrose bedeutet "übermäßiges Schwitzen" (nach griech. "hidros", der Schweiß). Die Menschen sind ständig in Schweiß gebadet, wagen sich kaum noch in die Öffentlichkeit. Oft sind psychische Faktoren beteiligt. Schon die Angst, womöglich zu schwitzen, löst Schweißausbrüche aus. Am schlimmsten ergeht es denen, die auch an einer "Bromhidrose" leiden, was übersetzt so viel bedeutet wie "stinkender Schweiß". Tipps gibt die erste bundesweite Selbsthilfegruppe, die 1999 an der Berliner Charité gegründet wurde (Internet: www.hyper-hidrose.de).

Zum Hitzschlag kann es kommen, wenn der Körper bei hohen Außentemperaturen weit mehr Wasser als üblich verdunstet. Wird der Flüssigkeitsverlust nicht durch Trinken ausgeglichen, versagt die zentrale Wärmeregulation. Typische Symptome eines Hitzschlags sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel. Bewußtlosigkeit, Krämpfe und Nierenversagen sind möglich. Steigt die Körpertemperatur auf 41 oder 42 Grad Celsius, besteht akute Lebensgefahr. Als erste Hilfe müssen einengende Kleidungsstücke entfernt und der Körper gekühlt werden.

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