Welt : Schweiß: Tipps: Deo oder Dusche

Deos dürfen grundsätzlich nur auf die gewaschene Haut aufgetragen werden, nicht noch einmal kurz vor dem Ausgehen auf eine schon leicht verschwitzte Achsel. Natürliche Alternativen sind ätherische Öle von Nelke, Thymian oder Lindenblüten. Weil Bakterien sich in den Achselhaaren besonders wohl fühlen, kann das Rasieren Schweißgeruch mindern. Deos dann aber erst einen Tag nach dem Rasieren verwenden, um Hautreizungen vorzubeugen. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte Deos ohne Parfümstoffe und Alkohol verwenden.

Deos gibt es als Sprays, Stifte, Puder, Cremes, Seifen oder Lotionen. Ihre Wirkung beruhet auf unterschiedlichen Prinzipien :

"Antitranspirantien" sind die einfachsten Schweißhemmer. Als Wirkstoff enthalten sie in der Regel Aluminiumsalze. Sie unterdrücken das Schwitzen, indem sie die Poren der Schweißdrüsen verengen. Bei empfindlicher Haut kann es zu Irritationen kommen.

"Deodorantien" im engeren Sinne verhindern die Vermehrung der Hautbakterien - und damit die Zersetzung der Schweißflüssigkeit. Sie enthalten antibakterielle Wirkstoffe wie das synthetische "Triclosan" oder Naturstoffe wie "Farnesol" aus Lindenblütenöl. Antibakterielle Deos können die natürliche Keimflora auf der Haut stören. Triclosan gilt in größeren Mengen als giftig.

Der jüngste Schrei sind Deos, die die Schweißbakterien nicht angreifen, sondern ihnen sogar noch Futter geben. In dieses "Bakterienfutter" sollen Parfümstoffe chemisch eingebunden werden. Sobald die Bakterien sich über diese leichter verdauliche Kost hermachen, wird das Parfum freigesetzt. Nach erfolgreichen Laborversuchen sind erste Tests an Menschen angelaufen.

Kein handelsübliches Deo ist völlig unproblematisch. Immer wieder fielen sie nicht nur wegen mangelnder Wirksamkeit, sondern auch wegen bedenklicher Inhaltsstoffe auf. Die Zeitschrift "Öko-Test" konnte vor einem Jahr nur sechs von 47 Deo-Sprays und -zerstäubern rundum empfehlen. In anderen fanden sich teils krebsverdächtige Moschusverbindungen, Dioxine, Weichmacher und schädliche Emulgatoren. Böses Erwachen auch beim jüngsten Test von Sommer-Einlegesohlen für Turnschuhe, die bei nackten Füßen das Schwitzen verhindern sollen: 13 von 14 Produkten enthielten allergiesierende oder krebsverdächtige Stoffe, darunter Spuren von Tributylzinn (TBT), einer der giftigsten Chemikalien überhaupt. Näheres unter: www.oekotest.de sowie www.stiftung-warentest.de .

Wer seine in Schuhe aus billigem Kunststoff zwängt, braucht sich über feuchte Socken nicht zu wundern. Faustregel für Turnschuhfreaks: zwei Tage tragen, zwei Tage lüften und zwei Mal jährlich eine Grundreinigung in der Waschmaschine.

Gut dosiertes Schwitzen kann der Körper lernen, etwa durch regelmäßigen Sport oder in der Sauna. Wichtig ist, genug zu trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Eine schweißhemmende Wirkung wird dem regelmäßigen Genuss von Salbeitee nachgesagt. Die Kosmetikfirma Beiersdorf empfiehlt als Schweißbremse ein Tomatenbad: drei Liter Tomatensaft in ein Vollbad, 15 Minuten baden. Und nicht vergessen: Eine Dusche wirkt gegen Schweißgeruch immer noch Wunder.

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