Schweiz : Grünen-Politiker Geri Müller entschuldigt sich für Nackt-Selfies

Der Schweizer Grünen-Politiker Geri Müller hat Nackt-Selfies von sich verschickt. Als Gemeindepräsident von Baden will aber nicht zurücktreten. Der Fall erinnert an einen amerikanischen Politiker, der sich auch sehr attraktiv fand.

Geri Müller, Schweizer Grünen-Politiker, hat Nackt-Selfies von sich verschickt.
Geri Müller, Schweizer Grünen-Politiker, hat Nackt-Selfies von sich verschickt.Foto: imago

Der wegen Nackt-Selfies in die Schlagzeilen geratene Schweizer Politiker Geri Müller hat einen Rücktritt von seinen Ämtern zum derzeitigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Der Grünen-Politiker, der Gemeindepräsident der Stadt Baden ist und für den Kanton Aargau im Nationalrat sitzt, entschuldigte sich am Dienstag zwar für sein Verhalten, wies aber die Vorwürfe laut der Schweizer Nachrichtenagentur SDA zurück. Müller soll einem Pressebericht zufolge von seinem Badener Büro aus während der Arbeitszeit einer Frau Nacktfotos von sich selbst geschickt haben, die ihn in seinem Arbeitszimmer zeigten.
Seine Arbeitszeit liege im Bereich zwischen 05.00 Uhr morgens und 02.00 Uhr nachts, zitierte SDA den 53-jährigen Politiker. In dieser Zeit erledige er manchmal auch private Dinge. Deshalb könne nicht gesagt werden, dass er die Fotos während der Arbeitszeit verschickt habe.
Müller hatte nach eigenen Angaben eine "virtuelle Beziehung" mit einer 33-Jährigen begonnen, die ein Buch über erotische Fantasien schreiben wollte. Die Beziehung sei jedoch ausgeartet, teilweise habe ihm die Frau bis zu 30 SMS pro Tag geschickt. Als er die Sache beenden wollte, habe ihm die Frau mit der Veröffentlichung des Chats gedroht. Er habe einen Rechtsanwalt eingeschaltet und später im Kanton Bern eine Strafanzeige wegen Nötigung eingereicht.

Geri Müller hat sich sehr geschämt

Er habe sich nur noch geschämt, als er von dem Bericht in der "Schweiz am Sonntag" erfahren habe, sagte Müller - "geschämt vor mir, vor meiner Partnerin, meiner Stadt, die ich über alles liebe, vor der ganzen Welt", sagte Müller. Der fragwürdige Chat mit der 33-jährigen Frau tue ihm leid - vor allem gegenüber seinen Mitarbeiterinnen. Nun wolle er zunächst abwarten, ob das Vertrauen in ihn weiterhin bestehe.
Der Stadtrat von Baden hatte Müller am Montag vorläufig von seinen Aufgaben als Gemeindepräsident entbunden, damit er die Situation klärt. Müllers Chat-Bekannte hatte der "Schweiz am Sonntag" berichtet, er habe sie massiv unter Druck gesetzt, damit sie ihr Handy abgebe oder die Fotos lösche. Laut dem Bericht wurde die junge Frau in der vergangenen Woche von der Polizei von Baden angehalten und befragt, später wurde auch ihr Handy beschlagnahmt.

Der Fall erinnert an Anthony Wiener

Vor einer Woche hat die "Neue Zürcher Zeitung" ("NZZ") einen Fall publik gemacht, in dem eine Sekretärin im Berner Parlament Nacktfotos von sich über Twitter verbreitete. Der Fall Geri Müller erinnert aber auch an den New Yorker Politiker Anthony Wiener, der Nacktbilder von sich an Frauen verschickt hat. Obwohl das publik wurde, gab er nicht auf, sich als Kandidat der Demokraten für das Amt des Bürgermeisters von New York zu bewerben. Er wurde es nicht.

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