Schwulengesetz in Russland : Wutrede im Staatsfernsehen - Moderatoren hilflos

Mit einer Wutrede hat der in Berlin lebende US-Journalist James Kirchick live im russischen Staatsfernsehen gegen homosexuellenfeindliche Gesetze des Landes protestiert. Die Moderatoren waren perplex. Sehen Sie hier das Video.

James Kirchick, in Berlin lebender US-Journalist, in Hochform.
James Kirchick, in Berlin lebender US-Journalist, in Hochform.Foto: Screenshot

Kirchick war eigentlich zugeschaltet worden, um über den Wikileaks-Informanten Bradley Manning zu sprechen, als er auf dem englischsprachigen Kanal RT (Russia Today) plötzlich loslegte. Er könne „nicht schweigen im Angesicht des Bösen“ und müsse das von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete „furchtbare homophobe“ Gesetz verurteilen, sagte der in Berlin lebende Kirchick.

Dann legte der in Berlin lebende James Kirchick richtig los

Was dann passierte, brachte die Moderatoren völlig aus der Fassung. Sie waren völlig hilflos, als Kirchick wütend zur Hochform auflief und ihnen, den Staatsmedien sowie Putin Beschuldigungen ohne Ende an den Kopf warf. Aus Protest gegen die Gesetze, die etwa positive Äußerungen über gleichgeschlechtliche Lebensweisen vor Minderjährigen unter Strafe stellen, trug er zudem Hosenträger in Regenbogenfarben - dem Symbol der internationalen Schwulenbewegung.

Die Moderatoren von "Russia Today" (RT) wussten sich überhaupt nicht zu helfen

Die Moderatoren versuchten mehrfach, den 1983 geborenen Kirchick zu unterbrechen, und schalteten ihn dann ab. Der britische Schauspieler Stephen Fry, der wegen der Gesetze zum Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Russland aufgerufen hatte, lobte Kirchicks Worte als „wunderbare Äußerungen“.

So etwas sieht man selten im Fernsehen, zumal in Russland


RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan verteidigte am Donnerstag das Vorgehen des Senders. Kirchick habe schlicht nicht zum Thema gesprochen, schrieb sie bei Twitter, veröffentlichte dort aber auch die Wutrede.

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