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Sechs Grammy-Nominierungen : Adele ist die Anti-Gaga

04.12.2011 17:14 Uhrvon
Es ist eine sanfte Dominanz, die Adele Laurie Blue Adkins im Musikgeschäft ausübt: Tiefe, warme Stimme. Adele beim Auftakt-Konzert ihrer Deutschland-Tour in Hamburg im März diesen Jahres. Foto: picture alliance / dpaBilder
Es ist eine sanfte Dominanz, die Adele Laurie Blue Adkins im Musikgeschäft ausübt: Tiefe, warme Stimme. Adele beim Auftakt-Konzert ihrer Deutschland-Tour in Hamburg im März diesen... - Foto: picture alliance / dpa

Adele ist die erfolgreichste Sängerin im Musikjahr 2011 – dabei bricht sie mit ihrer Natürlichkeit alle Konventionen. Sie erhielt doppelt so viele Grammy-Nominierungen wie Lady Gaga.

Dass Adele für sechs Grammy Awards nominiert ist, wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn es nicht nur sechs Nominierungen wären. Für die britische Sängerin bedeutet das zwar die Aussicht auf doppelt so viele goldene Grammofone, wie sie die lediglich dreimal nominierte Lady Gaga erhalten könnte. Doch es gab schon deutlich mehr Nominierungen. Eminem kam vergangenes Jahr auf zehn.

Es ist eine sanfte Dominanz, die Adele Laurie Blue Adkins im Musikgeschäft ausübt. 13 Millionen Mal hat sich ihr Album „21“ schon verkauft, es war Nummer eins der Charts in 25 Ländern. In Deutschland stellte sie einen neuen Rekord für legale Downloads aus dem Internet auf.

Ihre Hits „Rolling in the Deep“, „Someone Like You“ und „Set Fire To The Rain“ wechselten einander in den Radio-Dauerschleifen ab.

Das eigentlich Spektakuläre an Adele ist, wie unspektakulär sie auf den ersten Blick daherkommt. Die 23-Jährige umhüllt ihre eher rundliche Statur meist mit schlichten schwarzen Kostümen, bei Live-Auftritten passiert nicht viel mehr, als dass sie am Mikrofon steht und im Hintergrund die Background-Sänger summen. Alles ist reduziert auf ihre tiefe, warme Stimme. In Interviews spart die Londonerin nicht mit ihrem Cockney-Dialekt und Schimpfwörtern. Trotz toupierter Frisuren und dick gespachtelter Schminke ist die rothaarige Engländerin ein Ausbund an handfester Natürlichkeit, wie man ihn in vielen britischen Pubs antrifft.

In Deutschland hält sie den Rekord für legale Downloads

Doch die wahre Sensation ist, dass sie mit diesem Paket die USA erobert hat, den Heimatmarkt der Pop-Künstlichkeit. Dort, wo Lady Gaga jahrelang alle Rekorde brach, weil sie als knallbuntes Showbonbon ihr überschaubares stimmliches Talent kompensierte. Die von Gaga bisweilen ironisierte Formel, auf viel nackte Haut zu setzen, hatte sich auch für Sängerinnen wie Rihanna und Beyoncé in den USA bezahlt gemacht. Adele hat sich anders als ihre Landsfrau Katy Perry diesem angeblichen Diktat des Marktes verweigert und und ist damit überraschend erfolgreich.Mit über vier Millionen Verkäufen ist „21“ das erfolgreichste Album in den USA, Lady Gagas „Born This Way“ ging nur halb so oft über die Ladentheke, auch weltweit liegt sie mit acht Millionen Exemplaren hinter Adele, der Anti-Gaga. „Ich könnte mir nicht vorstellen, mit Pistolen auf die Bühne zu kommen und Schlagsahne aus meinen Brüsten spritzen zu lassen“, sagte Adele einmal in einem Interview. „Ich mache keine Musik für die Augen. Ich mache Musik für die Ohren.“

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