Seeräuber : Piratenüberfall: Zwei Deutsche entführt

Vor der Küste Nigerias hat eine Gruppe Bewaffneter zwölf Besatzungsmitglieder eines Frachtschiffs entführt, darunter zwei Deutsche.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte am Sonntag die Angaben des nigerianischen Militärs über die Entführung der beiden Deutschen und richtete einen Krisenstab ein. Den Frachter stellte die Marine nach eigenen Angaben in der ölreichen Region sicher, aus der immer wieder Entführungen gemeldet werden.

Das Ministerium bemühe sich in Zusammenarbeit mit den nigerianischen Behörden "mit Hochdruck" um die Freilassung der beiden deutschen Staatsbürger, sagte eine Außenamtssprecherin. Nach Angaben von Nigerias Marine wurden bei dem Überfall am Freitagabend vor der Küste des Niger-Deltas neben den beiden Deutschen - einer von ihnen offenbar der 71-jährige Kapitän - auch sieben Russen, ein Litauer, ein Lette sowie ein Ukrainer verschleppt. Ein weiteres ukrainisches Besatzungsmitglied ließen die Geiselnehmer demnach verletzt an Bord zurück. Der Mann werde in einem Krankenhaus in Bonny unweit der Öl-Metropole Port Harcourt mit Schussverletzungen behandelt; sein Zustand sei stabil.

Der Frachter "BBC Polonia" fährt nach Marineangaben unter deutscher Flagge. Das Auswärtige Amt bestätigte diese Angaben allerdings nicht. Der Internetseite MarineTraffic.com zufolge ist das Schiff im Karibikstaat Antigua und Barbuda registriert und war auf dem Weg nach Onne im Niger-Delta.
Von den Entführern und ihren Geiseln fehlte jede Spur. Auch bekannte sich zunächst niemand zu dem Überfall. In der ölreichen Region im Niger-Delta werden immer wieder Ausländer und Einheimische entführt. Die meisten von ihnen kommen nach kurzer Zeit wieder frei, allerdings oft erst nach Zahlung eines Lösegelds. Rund 20.000 Militante, die für eine bessere Beteiligung an den Öl-Einnahmen gekämpft hatten, haben nach einer Amnestievereinbarung zwischen August und Oktober vergangenen Jahres ihre Waffen abgegeben. Viele von ihnen warten seither immer noch auf zugesagte Zahlungen oder Ausbildungsförderungen. (AFP)

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