Welt : Segelnde Fußballfans

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Kiel (dpa). Donner, Blitz, Hagel und Sturm: Zwei Tage vor dem WM- Finale im fernen Japan wurde das Programm bei der 108. Kieler Woche kräftig durcheinander gewirbelt. „Durch das Wetter sind wir im olympischen Teil ins Schwimmen gekommen. Um die Regatta vernünftig zu Ende bringen zu können, müssen wir während des Endspiels segeln“, sagte Dierk Thomsen, der Präsident des Deutschen Segler-Verbandes (DSV). Auch Wettfahrtleiter Dieter Rümmeli, selbst ein begeisterter Fußball-Anhänger, kündigte an: „Segeln hat Vorfahrt. Wir können gar nicht anders.“ „Das ist zwar traurig, aber die Kieler Woche ist wirklich wichtiger“, fand der neue Bundestrainer Roland Gäbler. „Ich werde die Jungs auf dem Laufenden halten“, versprach der Olympia-Dritte, der am Sonntag ein Kofferradio und ein Fernsehgerät mit an Bord seines Motorboots nehmen und sein Team an jeder Wendemarke über den Spielstand informieren will. „Vielleicht werden wir an den Start- und Zielschiffen eine Tafel anbringen, um den Seglern das Ergebnis des Endspiels zwischen Deutschland und Brasilien anzuzeigen“, zeigte auch Kieler-Woche-Pressechef Hermann Hell ein Herz für die segelnden Fußball-Fans.

Beim größten Segler-Fest der Welt trotzte Paralympics-Sieger Heiko Kröger auch am Freitag der stürmischen See und hat nach zwei weiteren Tagessiegen seinen ersten Erfolg schon fast in der Tasche. Die Behinderten-Segler sind übrigens die einzigen Athleten, die auf dem Olympia-Revier von 1936 und 1972 keinen Wettfahrt-Rückstand haben. Gut dabei sind auch die Surfer – allerdings haben die DSV-Athleten auf der Ostsee in diesem Jahr nichts zu melden. In der Mistral-Klasse der Frauen schaffte die Olympia-Zweite Amelie Lux (Kiel) beim Comeback den Sprung in die Top Ten.

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