• „Sei dir sicher, dass Gott dir helfen wird“ Erstmals stellt der Papst sich Fragen der Bürger

Welt : „Sei dir sicher, dass Gott dir helfen wird“ Erstmals stellt der Papst sich Fragen der Bürger

Rom - Papst Benedikt XVI. hat sich anlässlich der Feiern zum Karfreitag erstmals in einem Fernsehinterview Fragen von Bürgern gestellt. Der italienische Sender Rai Uno strahlte am Nachmittag die aufgezeichneten Antworten des 84-Jährigen aus. Darin bekräftigte er mit seiner Einschätzung zum Fall eines Koma-Patienten die Ablehnung der katholischen Kirche der Sterbehilfe. Der Mutter eines seit zwei Jahren im Koma liegenden Patienten sagte das Kirchenoberhaupt auf eine entsprechende Frage, dass der Körper ihres Sohnes durchaus noch seine Seele beherberge. Er riet der Italienerin, ihn ihre Liebe sowie den „Respekt des Lebens“ spüren zu lassen. Benedikt XVI. zeigte sich überzeugt, dass ein Koma-Patient Liebe empfinden könne, auch wenn er Worte nicht verstehe.

In Italien hatte es 2009 eine intensive Debatte über Sterbehilfe für unheilbar Kranke geben, als die Familie der seit 17 Jahren im Koma liegenden Eluana vor Gericht das Recht erstritt, die künstliche Ernährung einzustellen. Der Vatikan hatte dies als „Mord“ kritisiert.

Den Fragen von Bürgern hatte sich Papst Benedikt XVI. noch nie in einer Fernsehsendung gestellt. Beim Sender Rai gingen dazu 2000 Fragen aus aller Welt ein, aus denen eine Handvoll ausgesucht wurden. Keine der ausgewählten Fragen beschäftigte sich mit dem Missbrauchsskandal, dessen Enthüllungen das Osterfest im vergangenen Jahr überschattet hatten. Zu Wort kamen in der Sendung unter anderem ein japanisches Mädchen, eine Muslimin aus der Elfenbeinküste und christliche Studenten aus dem Irak. Die Antworten des Papstes wurden vor einer Woche aufgezeichnet.

Das siebenjährige Mädchen aus Japan, das bei dem Erdbeben vor sechs Wochen viele Kinder sterben sah, fragte den Papst, warum sie sich so ängstigen müsse. Er habe darauf keine Antwort, gestand Benedikt XVI. ein. „Sei dir aber sicher, dass wir bei dir und bei allen japanischen Kindern sind, die leiden müssen“, sagte er. „Wir wollen euch mit unseren Gebeten, unserem Handeln helfen und du kannst dir sicher sein, dass Gott dir helfen wird.“ AFP

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