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SEK in Köln : Polizist beklagt sich über brutales Aufnahmeritual

Merkwürdige Praktiken beim SEK in Köln: Ein junger Kollege gibt an, über Tage drangsaliert worden zu sein. Damit gerät die Polizei in Köln zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage negativ in die Berichterstattung.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei stehen am 05.04.2013 in Köln. Ein neuen Kollege hat sich über Schikanierung beschwert, er soll unter anderem gefesselt worden sein.
Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei stehen am 05.04.2013 in Köln. Ein neuen Kollege hat sich über Schikanierung...Foto: dpa

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Kölner Polizei sollen einen jungen Kollegen tagelang schikaniert haben. Unter anderem soll er laut Rheinische Post, „Kölnische Rundschau“ und Kölner Stadt-Anzeiger“ am Dienstag im Rahmen eines „Aufnahmerituals“ gegen seinen Willen festgebunden worden sein. Nun soll ein externer Ermittler eingesetzt werden, um die Vorwürfe aufzuarbeiten. Laut Staatsanwaltschaft hat der junge Polizist den Vorfall „an verantwortlicher Stelle bei der Polizei“ gemeldet.

Die Polizei wollte sich zu dem Vorfall zunächst nicht äußern, sie hat die Staatsanwaltschaft bereits am Freitag eingeschaltet. Der ehemalige Direktor des Landeskriminalamtes, Wolfgang Gatzke, wurde von Polizeipräsident Wolfgang Albers hinzugezogen. „Er soll unter anderem die Wertvorstellungen und Rituale im SEK Köln untersuchen“, hieß es. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Anfangsverdacht vorliegt und Ermittlungen eingeleitet werden müssen. Dabei ginge es vorrangig um die Vorwürfe der Körperverletzung, der Freiheitsberaubung und der Nötigung, sagte ein Sprecher.

„Wir dulden kein Mobbing bei der Polizei.“

Details zu dem Vorfall, der sich 2014 ereignet haben soll, wollte er nicht nennen. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums kündigte am Dienstag an, gegen derlei Aufnahmerituale konsequent vorzugehen. „Wir dulden kein Mobbing bei der Polizei.“ Das betroffene SEK sei von seinen Aufgaben entbunden worden. Außerdem habe das Polizeipräsidium Köln die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Strafermittlungen auf das Polizeipräsidium in Düsseldorf übertragen. Im Innenausschuss des Landtags soll ausführlich über den Vorfall berichtet werden.

Die Kölner Polizei ist innerhalb weniger Tage zum zweiten Mal in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft prüft ebenso die Hintergründe des spektakulären Auftauchens einer Polizei-Spezialeinheit auf der Pfeilerspitze einer Kölner Rheinbrücke im vergangenen Jahr. Der Vorgang war der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr als Höhenübung dargestellt worden. Inzwischen gibt es Hinweise, dass es sich eher um die aufwendige Inszenierung eines Abschiedsfotos für den ehemaligen Chef der Spezialeinheiten gehandelt haben könnte. (dpa)

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