Sektenführer : Neue Suche nach Opfern von Charles Manson

Im kalifornischen "Tal des Todes" macht sich die Polizei auf eine neue Spurensuche nach möglichen Opfern des berüchtigten US-Mörders Charles Manson. Der Sektenführer hatte im August 1969 mit einigen seiner Anhänger ein Blutbad angerichtet. Zu Tode kam auch die hochschwangere Ehefrau von Roman Polanski.

San FranciscoVom 20. Mai an wollen Ermittler auf einer verlassenen Ranch im Death Valley Nationalpark Ausgrabungen vornehmen, berichtete der Sender CNN. Damit wollte man "Vermutungen bestätigen oder widerlegen, dass sich dort möglicherweise noch Leichen aus der Charles Manson-Ära befinden", teilte Sheriff Bill Lutze mit. Im März hätten Spürhunde Hinweise für menschliche Überreste gefunden, hieß es. Im Falle eines Leichenfunds sei es allerdings fraglich, ob die Überreste noch identifiziert werden könnten, räumte Ermittler Paul Dostie ein.

Der Kultführer Manson hatte mit seinen Anhängern "The Family" in den 60er Jahren zeitweise auf der entlegenen Barker Ranch gelebt. Er war dort im Oktober 1969 mit Mitgliedern seiner Gruppe festgenommen worden. Manson und vier seiner Anhänger wurden später schuldig gesprochen, im August 1969 in Los Angeles zwei Nächte lang ein Blutbad angerichtet zu haben. Dabei wurden die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski, und sechs weitere Menschen brutal umgebracht.

Obwohl der Sektenführer nicht selbst Hand an die Opfer gelegt hatte, wurde er 1971 wegen Anstiftung zu den Bluttaten zum Tode verurteilt. Ein Jahr später wurde die Todesstrafe vorübergehend abgeschafft und Mansons Urteil revidiert. Der jetzt 73-Jährige verbüßt eine lebenslange Haft im kalifornischen Corcoran-Gefängnis. (saw/dpa)

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