Welt : Senta Berger im Gespräch: "Helmut Kohl ist mir unheimlich"

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Sie ist eine der beliebtesten Schauspielerinnen hierzulande, sie arbeitete mit Sam Peckinpah, Lina Werthmüller, Wim Wenders und ihrem Ehemann Michael Verhoeven. Kultstatus erlangte Helmut Dietls Serie "Kir Royal", in der Senta Berger, 59, eine Hauptrolle hatte. Die gebürtige Wienerin lebt in München.

Frau Berger, Sie haben einen Tag das Sagen im Land. Was würden Sie gegen den Rechtsradikalismus tun?

Ich würde Wanderjahre verschreiben für alle 16-Jährigen. Und die dürften gar nicht so schön sein. Die Jungen sollen nach Libyen gehen, nach Indien und nach Finnland, damit sie sehen, die Welt ist rund, und Deutschland ist bei Gott nicht der Nabel, und alles kann so aussehen wie hier - aber auch ganz anders.

Die Deutschen reisen nun wirklich nicht zu wenig.

Aber wir bringen gar nichts nach Hause, außer vielleicht ein kleines Eselchen als Blumenvase aus Mallorca. Aber wie da gekocht wird, was für Öle man dort nimmt, wie man Weihnachten feiert, davon haben wir doch keine Ahnung. Es sei denn, man hat das Glück, häufig im Ausland zu arbeiten, wie ich als junges Mädchen. Da klopft der Aufnahmeleiter in Neapel an irgendeine fremde Tür, weil es nirgends eine Toilette gibt, und du findest dich wieder in einem ganz fremden Badezimmer, wo Socken und Unterwäsche an der Leine über der Badewanne hängen und der Opa, der draußen wartet, weil die Tür nicht schließt, der trägt ein Haarnetz. Das sind wunderbare Situationen, um am Leben anderer teilzunehmen.

Das klingt sehr schön. Sie selbst haben allerdings Ihre zwei Söhne in Grünwald aufgezogen. Ist die reichste Gemeinde der Republik geeignet, das "richtige" Bewusstsein zu lernen?

Nein, das mit Grünwald tut mir wirklich Leid. Wenn ich gewusst hätte, wie stark ich dagegen ankämpfen muss, gegen Grünwald! Die Grünwalder werden sagen: Das ist beleidigend - aber diese Gemeinde ist nun einmal das Synonym für Reichtum, Wohlstand und fast schon bewusstlosen Konsum. Damit meine ich nicht die Alteingesessenen, die nicht alle reich sind. Aber es ist tatsächlich schwierig, gegen so ein Umfeld zu erziehen, denn du musst die Balance halten: Du willst das Selbstbewusstsein deines Kindes nicht beschädigen, es muss ja in der Gruppe bestehen, das ist mehr als ein oberflächliches Spiel, das ist auch eine Art von Bildung. Auf der anderen Seite soll es erkennen: Macht mich das wirklich glücklich, hat das Konsumieren wirklich diesen Wert für mich?

Haben Sie sich je Sorgen um Ihre Söhne gemacht?

Schon! Besonders in der Pubertät, wenn sich die Maßstäbe verschieben und wenn Kinder noch keine richtige Identität haben, dann auf dieses Maßlose zu treffen ... Mein Mann und ich haben versucht, dagegen zu halten: Tut mir Leid, ich kann Dir kein Auto vor die Tür stellen. - Wieso eigentlich? - Dann musst Du eben jobben gehen im Supermarkt.

Soweit ist es gekommen?

Natürlich nicht. Mein einer Sohn hat Nachhilfestunden gegeben, der andere Klavierstunden. Zum bestandenen Abitur habe ich meinem Sohn dann auch ein Auto geschenkt, aber ein kleines aus zweiter Hand. Sicher ist es ihnen viel besser gegangen als mir. Als ich jung war, hatten wir alle nichts, da haben wir untereinander Klamotten getauscht, das war schon Erneuerung genug. Und wir haben aufgepasst auf unsere Sachen. Hätten wir uns jemals auf den Gehsteig gesetzt, neben die Hundekacke? Nö! Wir hatten ja nur einen Rock oder eine Jeans.

Welches politische Erbe hinterließen Ihre Eltern?

Meine Mutter ist imstande zu sagen, bis 1944 war die schönste Zeit in ihrem Leben. Mein Vater war im Ersten Weltkrieg, dann haben sie sich einer politischen Bewegung angeschlossen, die hieß "Vereinigtes Europa". Die Sozialisten rückten gemeinsam mit den Konservativen diese Bewegung in die Nähe des Kommunismus, und sie bekamen es mit der Angst zu tun. Es kamen die schlechten Zeiten, meine Eltern hatten keine Wohnung. Dann der Einmarsch Hitlers in Österreich und mein Vater hatte Arbeit und eine kleine Wohnung, und ich wurde geboren.

Und so wurden Ihre Eltern Nazis?

Sie waren nicht in der Partei, aber sie haben sich sehr willig der Ideologie ergeben. Man hat Arbeit und Obdach versprochen und gesagt, dass sie ganz tolle Staatsbürger seien, besser als andere, und dass ihnen mit dem sogenannten Friedensdiktat Unrecht geschehen sei, das man jetzt wiedergutmachen wolle.

Für Ihre Generation war es nicht leicht, mit den Eltern über die Nazi-Vergangenheit zu reden.

Mein Vater hat mit mir nicht darüber gesprochen. Ich hatte das Gefühl, er sagt sich: "Ich habe mir einmal den Mund verbrannt, ich habe einmal aus ganzem Herzen an etwas geglaubt, das sich als schlecht erwiesen hat. Man sagt, das war verbrecherisch, woran ich geglaubt habe, und das stimmt ja wohl auch, deshalb werde ich mich nie mehr politisch artikulieren." Meine Mutter dagegen behauptet in aller Naivität, sie sei eine vollkommen unpolitische Person. Das stimmt überhaupt nicht. Sie ist sehr offen und mit viel Zivilcourage ausgestattet. Das ist wie ein Reflex bei ihr.

Wie weit geht das bei Ihnen? Was tut man gegen 15 besoffene Neonazis, die eine Ausländerin anpöbeln?

In der Theorie bin ich ein unendlich couragierter Mensch - in der Praxis schon auch - aber ich lasse mir nicht gerne meine Vorderzähne ausschlagen, das kann ich einfach nicht. Es gibt viele Möglichkeiten, man muss sich nicht gleich das Schlimmste vorstellen. Es reicht oft schon, die Gewalttätigen damit zu überraschen, dass du aufstehst und sagst: Was ist hier los, lass die sofort in Ruhe! Das beeindruckt schon. Das mache ich übrigens genauso, wenn ich in der Eisenbahn sitze und jemand hat seine Füße auf dem Sitz. Dem sag ich: Setz Du Dich in die Hundescheiße, die Du an Deinen Schuhen hast. Ich mag das nicht.

Und?

Naja, der Preis ist, dass die sagen: He, bist Du aber spießig, Omi. Also Kinder, das ist ein Miteinander, diese Gesellschaft, sonst ist alles uninteressant. Überhaupt, dieses Zurückziehen in die eigenen Wände, das hat was Wehleidiges. Ich will mich da nicht schonen.

Wenn Sie Ihre politische Sozialisation nicht zu Hause erhielten ...

Doch, klar haben mich meine Eltern geprägt. Immerhin haben die zwei Weltkriege erlebt. Im Ersten Weltkrieg musste mein Vater sein Musikstudium abbrechen, und aus dem Zweiten kam er als Wrack zurück. Aber Fragen konnte ich zu Hause nicht stellen, die Antworten bekam ich erst am Theater.

Wie muss man sich das vorstellen?

Ganz banal. Das ging los mit einem Stück von Pirandello, und ich wusste nicht, was Pirandello ist. Die Kostümbildnerin sagte: Nein, das sind die 20er Jahre, die Knopfleiste trägt man nicht hinten, sondern seitlich. Über die Bilder geriet ich in die Geschichte hinein und fing an zu lesen und zu fragen. Am Theater traf ich Emigranten, da waren auch Leute, die ein KZ überlebt hatten. So habe ich zum ersten Mal alles über den Nationalsozialismus erfahren. Und dann hatte ich das Glück, mich in den 60er Jahren entwickeln zu können. Damals war man eingebettet in so einen Aufbruch, jeder wollte dabei sein, das war schon ansteckend.

Haben Sie mit linken Ideen geliebäugelt?

Ich habe den Kommunismus verteidigt, weil mir das Draufhauen so auf die Nerven ging, und weil ich diese Schwarzweißmalerei nicht aushalten konnte. Zum Höhepunkt des Kalten Kriegs bekam ich auch mit jüdischen Emigranten, die in Amerika lebten, Streit darüber. Wir machten damals einen Antikriegsfilm, der hieß "Okay", darin ging es um eine Episode im Vietnamkrieg. Dieser Film spielte aber in Bayern und wollte sagen: Wenn Menschen in solche Situationen gestellt werden, dann sind sie zu allem fähig. Soldaten sind Mörder, im Sinne, wie Tucholsky das gemeint hat: Soldaten werden zu Mördern, ob sie wollen oder nicht, das ist ihr Gewerbe. Meine jüdischen Freunde haben mich deswegen wüst beschimpft. Erst heute habe ich verstanden, warum.

Erzählen Sie, bitte.

Sie waren Antikommunisten, weil der Bolschewismus Juden und Intellektuelle verfolgt hat. Sie waren gleich zweifach diskriminiert. Ich war vor kurzem in Moskau, da gibt es jetzt eine Stadtführung, die heißt: "Die Zerstörung Moskaus durch den Bolschewismus." Die fangen jetzt erst an, die Geschichte aufzuarbeiten. Bislang waren das immer so wunderbare Schlagwörter: Die antifaschistische Front begrüßt heute ihre Gäste aus Deutschland, die auch alle antifaschistisch waren. Dabei gibt es bis heute Rechtsradikalismus und Antisemitismus in Russland. Und zwar an den ausgefransten Rändern der Gesellschaft, und die muss man wieder einbinden, genauso wie bei uns.

Wie soll das gehen?

Ich weiß nicht, ich fühle mich unwohl bei dem Thema.

Warum?

Es sind ja nicht nur die armen Arbeitslosen im Osten, denen man im Werbefernsehen schnittige Autos mit schnittigen Frauen präsentiert. Kein Wunder, dass die denken, ich bin ein minderwertiger Hund, und das lasse ich mir nicht gefallen. Es sind ja auch die Kinder von Lehrerehepaaren, die alles richtig machen wollen durch offene Gesprächen und Urlaub mit Lagerfeuer. Auch diese Kinder werden rechtsradikal.

Können Sie sich das erklären?

Es fehlen die Bindeglieder. Die Jugendlichen schotten sich so stark ab von den Erwachsenen. Ich wurde mit 17 in eine Erwachsenenwelt gestellt, da hat das jüngste Ensemblemitglied mit dem ältesten gespielt.

Was sollen Junge mit den alten Antworten anfangen?

Ich weiß, jede Generation muss die Welt neu erfinden. Da kommen oft wunderbare Dinge dabei heraus. Aber trotzdem: Diese von den Medien auch noch unterstützte Trennung der Generationen - wie die älteren Leute sich heute der Jugendsprache bedienen, als würde sie das jünger machen - das verwundert mich. Dann gibt es jede Menge pubertäre Unsicherheiten. Die rechtsradikale Jugendbewegung bezieht ihre Kraft auch daraus, dass sie ein Tabu brechen will. Übrigens: Das ganze Quatschen in den elektronischen Medien, das hat auch mit dem Problem zu tun.

Talkshows sind das Übel? Wie denn?

Ich war ein Schlüsselkind. Wenn ich nach Hause kam, habe ich Klavier gespielt, Schlager aus den 20er und 30er Jahren. (Senta Berger singt: Du und ich, im Mondenschein, auf einer kleinen Bank allein, dödldö dödldö dödldö). Dann bin ich zur Wasserstelle gegangen. Wir hatten kein Wasser in der Wohnung. Da saßen die Alten und haben getratscht. Da hat man vieles erfahren, auch wenn man gar nichts erfahren wollte. Ich bin überzeugt: Heute als Schulmädchen würde ich sofort den Fernseher anschalten und "Vera am Mittag" anschauen, wo man über große Brüste spricht und über: Ich hasse meine Eltern oder: Mit meiner Mutter spreche ich nicht. Es ist dieses Gequatsche, das niemanden weiter bringt, was ich so furchtbar finde.

Sie haben Wahlkampf gemacht für Willy Brandt, Sie beteiligten sich an der "Stern"-Kampagne zur Abschaffung des Paragraphen 218, Sie protestierten gegen die Verschärfung des Asylrechts 1993. Seitdem hört man nichts mehr von Ihnen, sind Sie politikverdrossen?

Ich bin jetzt in dem Alter, in dem ich mich nicht mehr unbedingt auf die Straße stellen muss. Jetzt müssen sich die anderen mal auf die Straße stellen, ich will sie auch gerne ermutigen, verstehen Sie, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es an meiner Generation liegt, dass wir uns zu wenig engagieren.

Was wäre denn Ihre Botschaft?

Ganz einfach: Ich interessiere mich für die Gesellschaft. Die Gesellschaft, das ist der Einzelne, das bin ich. Das hat nichts mit Gutmensch zu tun, sondern damit, dass ich gerecht und würdig behandelt werden möchte. Ein ganz gesunder Egoismus.

Und die anderen?

Dann möchte ich, dass auch alle anderen gerecht und würdig behandelt werden. Ja, ich gebe schon zu, als junges Mädchen habe ich gedacht, die da oben werden es schon machen.Und als ich gesehen habe, die da oben machen es nicht, war ich doch ein bisschen erleichtert, als ich sah, man selbst kann Dinge verändern. Mühsam übrigens, es war gar nicht lustig, in Brokdorf von Wasserwerfern nassgespritzt zu werden, und es war nicht unbedingt nur erhebend, in der Menschenkette zu stehen, die sich kilometerlang über die schwäbische Alb hinaufgezogen hat. Aber selbst wenn wir das Doppelnachrüstungskonzept von Helmut Schmidt damals nicht verhindern konnten - ich glaube übrigens immer noch, dass es nicht richtig war - konnten wir wenigstens klarmachen: Wir haben auch etwas zu vermelden, wir haben eine Meinung, und wir sind sehr viele.

Das Asylrecht war Ihnen besonders wichtig und ...

Das ist es noch.

Was sagen Sie den Leuten, die von "Scheinasylanten" und "Wirtschaftsflüchtlingen" reden?

Ich kann mich noch erinnern, als ich ein Kind war, sind aus unserem Wohnblock Leute nach Kanada ausgewandert. Die sind mit ihren kleinen Pappköfferchen zur Straßenbahnhaltestelle gegangen, zum Westbahnhof gefahren und von dort nach München oder Frankfurt. Dann sind sie weiter nach Kanada geflogen. Das war beeindruckend und furchtbar, alle haben geheult. Aber die sind aufgenommen worden von Kanada. Warum sind sie dahin gegangen? Weil sie wollten, dass ihre Kinder eine bessere Zukunft haben. Das finde ich sehr respektabel, genauso respektabel, wie wenn jemand aus politischen Gründen flieht. Wer weiß, vielleicht werden wir alle in 100 Jahren nach Polen auswandern, wenn da die Wirtschaft boomt.

Vor sieben Jahren bereits haben Sie eine rot-grüne Regierung prophezeit. Sind Sie deshalb nicht mehr so aktiv, weil Sie am Ziel Ihrer Träume sind?

Träume, das ist so ein Wort. Na ja, sagen wir, mir ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen.

Und dann dieses: Als erstes ziehen die Pazifisten in den Krieg auf dem Balkan, dann wird der Atomausstieg auf irgendwann verschoben, die Grünen verabschieden sich von Fünf-Mark-pro-Liter, die Ökosteuer wird durch Entfernungspauschalen verwässert, und der Fraktionsvorsitzende Schlauch fordert der Wirtschaft zuliebe die Aufweichung der Tariflöhne.

Es hat sich trotzdem sehr viel verändert. Angela Merkel ist Parteivorsitzende der CDU geworden, das hätte sich vor drei Jahren noch niemand ...

Bitte! Das ist eine Folge der Kohl-Spendenaffäre.

Für mich ist das auch eine unmittelbare Konsequenz der rot-grünen Koalition. Wir bereiten den Atomausstieg vor, das heißt, es wird noch ein bisschen dauern.

So begeistert klingen Sie nicht.

Ich freue mich echt, dass so integre Leute wie Joschka Fischer und Otto Schily uns aus der Erstarrung gelöst haben. Und die vielen Frauen bei den Grünen, die im Vorstand, als Sprecherinnen und in der Fraktion etwas zu sagen haben - die gefallen mir sehr gut.

Man könnte auch sagen, das ist ein zerstrittener Haufen, der sich nur noch um die eigene Karriere sorgt.

Ich finde es wunderbar, dass die immer uneins sind. Ich kann diesen bewusstlosen Parteizwang nicht leiden, wenn alle sagen: Also okay, ich habe persönlich eine andere Meinung, aber ich stimme für dieses Gesetz. Merkwürdigerweise haben meine Mitbürger das Gefühl, sie brauchen eine starke Hand, und das heißt eine Regierung ohne Zweifel. Ich fühle mich hingezogen zu erwachsenen Menschen, die diskutieren. Ein erwachsener Mensch ohne Selbstzweifel wie Helmut Kohl ist mir sehr sehr sehr unheimlich.

Würden Sie als Brandt-Fan für Schröder PR machen?

Ich bin in keiner Partei. Und muss sehen, diese SPD will ihr Arbeiterimage loswerden. Die brauchen heute die Unternehmer und die Autolobby hinter sich.

Gesellschaftliche Utopien, die fehlen Ihnen nicht?

Das ist ein Manko, das fühle ich auch. Ich sehe die Realität, die weltumspannenden Konzerne, die Verflechtungen innerhalb Europas, von denen wir nur eine Ahnung haben. Das ist die wirkliche Kraft. Dagegen kann sich rot-grün, oder rot-schwarz oder schwarz-blau nur sehr wenig profilieren.

Apropos: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus den Meldungen über Rinderwahnsinn?

Gar keine. Ich bin kein Panikmensch. Wir essen ja auch wieder Eierschwammerl, also Pfifferlinge, obwohl wir doch wissen, dass die für 30 Jahre verstrahlt sind. Der Mensch muss das verdrängen.

Das geht?

Strindberg hat einmal geschrieben: Durchstreichen und weitergehen. Als junges Mädchen fand ich das sehr grausam, jetzt verstehe ich langsam, was er meint. Sich sagen: okay, gut, nicht jetzt, morgen.

Und wenn es morgen immer noch trüb ist?

Dann mache ich es wie Martin Walser, obwohl ich ihn, seit dem was er in der Paulskirche zum Umgang mit der Nazi-Vergangenheit gesagt hat, nicht mehr ertragen kann: Ich gehe in die Natur. Das tut mir gut, an der Isar in München zu laufen. Das Wasser ist was Beruhigendes und was Ewiges, und so ein Baum hat auch schon mehr gesehen als ich.

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