Welt : Seuchenalarm wegen Lassa-Fiebers

Nach Todesfall in Mainz fieberhaft Kontaktpersonen gesucht / Mehr als 150 Menschen gefährdet MAINZ (dpa).Höchste Alarmstufe wegen des gefährlichen Lassa-Fiebers haben Mediziner und Behörden nach dem Tod eines Mannes aus Ghana in Mainz ausgelöst.Alle Menschen, die mit dem 37jährigen in den Wochen vor seinem Tod in Berührung gekommen sind, müssen überwacht werden.Schwerpunktmäßig suchten die Behörden in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen nach Kontaktpersonen. Derzeit ist nicht mit letzter Gewißheit klar, ob der Mann wirklich an Lassa erkrankt war.Laboruntersuchungen, die uneinheitliche Befunde ergaben, werden ein weiteres Mal durchgeführt.Allein 100 Menschen zählen nach Schätzungen des Mainzer Hildegardis-Krankenhauses, in dem der Ghanaer, wie berichtet, am Sonnabend gestorben war, zu den Risikogruppen innerhalb der Klinik.Ein Risiko gilt nach Angaben des Chefarztes Michael Jung für Pfleger, Ärzte und Schwestern.Falls sich die Pfleger an die üblichen Sicherheitsvorkehrungen wie Mundschutz und Handschuhe gehalten haben, ist die Wahrscheinlichkeit gering, daß sie sich angesteckt haben.Auch in Düsseldorf, wo sich der Mann vor seiner Einweisung ins Krankenhaus illegal aufgehalten hatte, haben die Ermittler mehrere Kontaktpersonen ausfindig gemacht.Es seien aber "allgemeine Kontakte", bei denen die Ansteckungsgefahr gering sei. Da der Afrikaner erstmals am 8.September mit Symptomen der Krankheit aufgefallen war und am Sonnabend starb, muß bis zum 11.Oktober mit weiteren Krankheitsfällen gerechnet werden.Krankenhäuser, Notärzte und Gesundheitsämter wurden aufgefordert, auf die zunächst unauffällig-grippeähnlichen Symptome zu achten. Die Sprecherin des Mainzer Gesundheitsministeriums, Christiane Zerfaß, erklärte, die Betroffenen würden nicht unter Quarantäne gestellt.Die Menschen, die mit dem 37jährigen zu tun hatten, müssen aber in den nächsten drei Wochen zweimal am Tag Fieber messen und werden täglich dem Arzt vorgestellt.Bei über 38,5 Grad Körpertemperatur kommt ein Betroffener zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus.Im frühen Stadium der Krankheit können Lassa-Patienten andere noch nicht anstecken. Die Identität des Mannes war anhand seiner Fingerabdrücke geklärt worden, die dem damaligen Asylbewerber bei einer Abschiebung 1993 abgenommen worden waren.Die nordrhein-westfälischen Behörden konzentrierten ihre Suche mit Flugblättern und Fotos auf Schwarzafrikaner und die Drogendealerszene in Düsseldorf.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar